Nadelköder im Moorpark

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Mumin hat Glück gehabt. Seine Besitzer, Paula und Angelo Veltens, lassen ihn nicht mehr aus den Augen Foto: wb

Hundehasser versteckt tödliche „Leckerlis“ für Tiere

Von Marco Dittmer
Jenfeld
Es duftete so lecker: Als Mumin die knackige Wurst sah, konnte ihn nichts mehr halten – er biss zu. Die Nadeln, die in der Wurst versteckt waren, konnte er nicht sehen. Mumin hatte Glück. Paula Veltens, Besitzerin des sechs Jahre alten Chihuahua-Mischlings, konnte gerade noch dazwischen gehen. „Wir verbieten unseren beiden Hunden generell, dass sie im Park fremde Sachen fressen“, sagt die 27-Jährige. Doch mit dem tödlichen Köder im Jenfelder Moorpark hatte auch sie nicht gerechnet. „Als ich die Nadeln sah, war ich geschockt“, sagt die junge Mutter. Ihr Ehemann Angelo Veltens alarmiert sofort die Polizei, da ist Mumin mit seinem Frauchen schon auf dem Weg zum Tierarzt. Nach mehreren Untersuchungen können die Hundebesitzer beruhigt nach Hause gehen. Die Polizei hat eine Anzeige aufgenommen. Ein Anwohner, der von dem Zwischenfall erfuhr, verteilte im Park sofort Warnschilder. Eine Spur zu dem Hundehasser gibt es bisher nicht. Schon vor Monaten warnte die Jenfelder Tierärztin Sonja Hedinger in ihrer Praxis vor Giftködern im Moorpark. War es der gleiche Täter? Paula und Angelo Veltens sind nun besonders vorsichtig. Sie lassen ihre beiden Hunde Mumin und Lilly nicht mehr aus den Augen und haben ihnen antrainiert, Essen auf Kommando fallen zu lassen. Mumin ist ohnehin der Appetit vorerst vergangen.

Hilfe bei Vergiftungen:
Hat ein Hund erst einmal einen Giftköder gefressen, muss in der Regel sehr schnell gehandelt werden. Welche Mittel helfen, hängt von der Art des Köders ab. In diesem Beitrag zeigen wir deshalb, welche Hilfs- und Gegenmittel jeder Hundehalter in Giftköder-Risiko-Gebieten aus Fürsorge für seinen Hund immer in der Hundeapotheke oder in seinem Erste-Hilfe-Set vorrätig halten sollte .Kohletabletten gehören zu den Mitteln, die Hundehalter selbst anwenden können. Dabei gilt: umso schneller die Tabletten verabreicht werden, desto höher ist die Wirksamkeit der Gegenmaßnahme. Die Aktivkohle verhindert die Giftaufnahme aus dem Darm in den Kreislauf. Sie gilt als Erste-Hilfe-Maßnahme schlechthin.Durch das Fressen von Rattengift kann es beim Hund zu einer verzögerten Blutgerinnung und zu einer tödlichen Blutungsneigung kommen. Zur Behandlung wird in erster Linie Vitamin K als Antidot (Gegenmittel) eingesetzt. Je nach Schweregrad wird dieses oral oder teilweise natürlich auch intravenös verabreicht. Dennoch bleibt eine Vergiftung immer ein tiermedizinischer Vorfall, der Hund muss also trotz Kohlegabe unverzüglich zum Tierarzt. Bei einem akuten Notfall sollten Hundebesitzer den Tierarzt vorher anrufen, um unter Anleitung notwendige Hilfsmaßnahmen sofort einleiten zu können. (mdt)
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