Narrenstreich S4?

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Ole Thorben Buschhüter, Rahlstedter Bürgerschaftsabgeordneter (SPD) und Jörg Sievers, der Sprecher der S4-Initiative Stormarn kämpfen schon seit Jahren für eine S4 zwischen Hamburg und Bad Oldeslohe.

Sommerloch-Posse um S4-Planung

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Anfang letzter Woche sorgte die S4-Planung wieder einmal für Aufregung in Rahlstedt und Hamburg. Eine Ankündigung des schleswig-holsteinischen Grünen-Verkehrsexperten Andreas Tietze , dass der Bau einer Stadt-Regional-Bahn in Kiel bei der neuen schleswig-holsteinischen Landesregierung Vorrang habe, gegenüber der geplanten S4 zwischen Hamburg und Bad Oldeslohe, löste in Hamburg, aber auch im Kreis Stormarn Irritationen und heftige Reaktionen aus. Der Vorsitzende des Hamburger Verkehrsausschusses und Sprecher der S4-Initiative Hamburg, Ole Thorben Buschhüter (SPD), erklärte damals: „Für Hamburg hat die S4 nach wie vor höchste Priorität. Das Projekt politisch aus zu bremsen, wäre ein verkehrspolitische Sündenfall. Dazu wird es nicht kommen.“
Laut Buschhüter geht die Bedeutung der S4 weit über ein regionales Nahverkehrsprojekt hinaus, da durch diese neue S-Bahn-Linie rund 100 Regionalzüge pro Tag im Hamburger Hauptbahnhof wegfallen können, wovon wiederum der Güter- und Personenfernverkehr zwischen Hamburg und Lübeck profitieren würde. Beistand erhielt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete schnell von allen in der Bürgerschaft vertretenen Hamburger Parteien.
Protest in Stormarn
Aber auch in Stormarn protestierte man, denn man sah hier eine schnelle Anbindung an Hamburg bedroht. Binnen einiger Tage aber klärte sich der Wirbel, die Aufregung erwies sich als Sommerloch-Posse. Denn im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium wusste man von einer angeblichen Prioritätenliste Nichts. Hier erklärte ,Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele in einem Hörfunkinterview: „Alle drei wichtigen Projekte stehen bei uns im Fokus. Wir werden uns jetzt alle Vorhaben mit Blick auf die Finanzierung und mit Blick auf die Finanzierungsfähigkeit anschauen und erst dann Prioritäten setzen“ Nach seiner Meinung kann bei der S4 vermutlich schon im kommenden Jahr mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden, während bei der Stadtbahn in Kiel erst noch Finanzierung und genauer Streckenverlauf geklärt werden muss. Inzwischen ruderte auch der Auslöser des sommerlichen-Bahnbau-Wirbels, der schleswig-holsteinische Grüne Tietze, zurück. In einer Presseerklärung teilte er mit: „Die Koalition wird die verschiedenen großen Verkehrsprojekte nicht gegeneinander ausspielen. Wir gehen davon aus, dass der finanzielle Spielraum groß genug ist, um sowohl die S4, die Stadt-Regional-Bahn als auch den Bau der S21 zu verwirklichen.“ Fazit: Die Rahlstedter und ihre Nachbarn in Stormarn können wieder aufatmen, dieses Sommerloch hat sich geschlossen. (hbz)
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