Naturschützer schlagen wegen Viktoriapark Alarm

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Werner Jansen, Sprecher der NABU-Gruppe Rahlstedt Foto: Glitz

NABU Rahlstedt: Geplantes Gewerbegebiet in Großlohe gefährdet Natur und Tiere

Von Rainer Glitz
Rahlstedt/Großlohe
„Es wurde schon so viel Natur im Stadtteil zerstört“, sagt Werner Jansen, Sprecher der NABU-Gruppe Rahlstedt. Seit 20 Jahren ist er als Naturschutzwart am Höltigbaum aktiv. Heute ist er, wie immer mit seinem Fernglas bewaffnet, in der Feldmark südlich der Stapelfelder Straße unterwegs. Knicks mit uralten Eichen trennen die landwirtschaftlich genutzten Flächen, wo das 31 Hektar große Gewerbegebiet Viktoriapark entstehen soll. „Das Knicksystem stammt aus dem 16. Jahrhundert, die wertvolle Kulturlandschaft würde beeinträchtigt“, sagt Werner Jansen. Vor allem die alten Eichen müssten wohl gefällt werden, fürchtet der Naturschützer. Die östliche Neu-Rahlstedter Feldmark ist aber auch Lebensraum für viele, teils seltene Tiere. Unter den 23 Säugetierarten ist die stark gefährdete Haselmaus, verwandt mit dem Siebenschläfer und sonst kaum in Hamburg zu finden. Die Haselmaus ist laut Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie eine „streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse“.

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In der Feldmark leben außerdem fünf geschützte Fledermausarten, dazu zahlreiche Vögel wie Feldlerche, Kuckuck, Nachtigall oder Waldohreule. „Es gibt hier auch den Moorfrosch“, ergänzt Werner Jansen. All diese Tiere bewegen sich auf einer grünen Achse zwischen den angrenzenden Naturschutzgebieten Höltigbaum, Stapelfelder Moor und dem Waldgebiet Wehlbrook. Für diesen Biotop-Verbund sei die östliche Rahlstedter Feldmark von zentraler Bedeutung, heißt es entsprechend in der vierseitigen Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Hamburg, dem Zusammenschluss aller Naturschutzverbände, an den Bezirk Wandsbek. Die jetzige Planfläche sei bereits ein Landschaftsschutzgebiet und teilweise Ausgleichsfläche für den Merkurpark. Nach dem Bebauungsplan von 1995 ist hier keine weitere Bebauung vorgesehen. „Und woher sollen denn andere Ausgleichsflächen kommen?“, fragt NABU-Mann Jansen. Ihn beunruhigt auch der geplante Ausbau der Sieker Landstraße: Dies bedeute einen weiteren Verlust an Flächen, an Knicks und alten Bäumen. „Aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes sind die geplanten Gewerbegebiete und Bauvorhaben aus den vorgenannten Gründen abzulehnen“, heißt es abschließend in der Stellungnahme der Naturschützer. „Mir ist wichtig, dass die Landschaft erhalten bleibt“, sagt Werner Jansen und hofft, dass es vielleicht zu einem Kompromiss kommt.

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