Nein zu Bordellerweiterung

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Der Bezirkspolitiker Dennis Timmlau (rechts) und der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Ralf Niedmers begrüßen, dass das Bordell nicht erweitern darf. Foto: hbz

CDU begrüßt Entscheidung

Von Hubert Bätz
Wandsbek. Die geplante Erweiterung des Bordellbetriebes am Albert-Schweitzer-Ring um vier Zimmer und eine Gastronomie mit Tabledance ist vom Tisch. Im Falle des Albert-Schweitzer-Rings handelt es sich um ein Gewerbegebiet und in einem solchen ist eine Vergnügungsstätte (um einen solchen handelt es sich bei dem Gastronomiebetrieb mit angeschlossenem Bordell) nicht erlaubt.
Dieser Meinung war man auch im Bezirksamt. Sprecherin Ulrike Nowicki kürzlich gegenüber dem WochenBlatt: „ Die Errichtung eines Bereiches zum Ausschank von Getränken ist charakteristisch für eine Vergnügungsstätte, und damit ist das Vorhaben in einem Gewerbegebiet unzulässig. Daher haben auch der Bauausschuss und die Bezirksverwaltung hier abgelehnt.“
Die CDU Wandsbek begrüßt diese Entwicklung. Ihr Antrag, die Ansiedlung von Bordellen und Modellwohnungen in Wandsbek kontrolliert zu steuern, war damit überholt. Antragsteller Dennis Timmlau: „Wir wollen nicht, dass Wandsbek ein Rotlichtbezirk wird. Prostitution lässt sich nicht verhindern, aber zu viele solcher Betriebe in einem Gebiet, das zieht Kriminalität an“. Das sieht auch der Wandsbeker CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Ralf Niedmers so. Er befürchtet, dass Wandsbek verstärkt zum Zuwanderungsgebiet von Prostitution wird. Niedmers: „An traditionellen Orten wie St.Pauli um die Reeperbahn entstehen mehr und mehr teure Wohnungen, da weicht Prostitution gerne dorthin aus, wo man weniger investieren muss, zum Beispiel nach Wandsbek“.
Das Thema Prostitution, das in den vergangenen Jahren viel Wirbel erzeugte, ist damit vorläufig wieder vom Tisch. 2008/2009 gab es bereits um geplante Bordelle an der Angerburger Straße und an der Von-Bargen-Straße eine heiße Diskussion.
Benachbarte Unternehmen hatten hier geklagt, Bürger sich beschwert, 2011 fällte dann das Hamburger Verwaltungsgericht dazu das Urteil. Das Bordell „Geizhaus“ durfte an die Angerburger Straße ziehen. Das Hamburger Verwaltungsgericht erklärte Bordelle zu „Gewerbe aller Art“. Als solches sind sie in einem Gewerbegebiet zulässig - es sei denn, ihre Ansiedlung wurde im Bebauungsplan ausdrücklich ausgeschlossen. Zur neuen Diskussion in der Bezirksversammlung erklärte der SPD-Bezirkspolitiker Rainer Schünemann. „ So wie das Bordell plante, ist es aus baurechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig. Da braucht es auch keinen Antrag der CDU. Das ist alles heiße Luft. Wer Wandsbek als Rote Meile darstellt, macht unseren Stadtteil schlecht, nur um sich zu profilieren.“
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