„Nessi“-Bahnhof in Steilshoop gesucht

Anzeige
Dr. Martin Kersting (Koordinierungskonferenz Steilshoop) bevorzugt eine Trassenführung Richtung Barmbek Foto: tel

Hochbahn und Bezirkschef schlagen Besichtigung von „Geisterstation“ vor

Von Michael Hertel
Steilshoop
Das Gerücht geht seit Jahrzehnten in Steilshoop um: Unterm Einkaufszentrum an der Gründgensstraße soll – als bauliche Vorleistung auf die U-Bahnpläne der 1970-er Jahre – ein U-Bahnhof im Rohbau existieren, den man quasi nur noch fliesen und einweihen muss. Jetzt wurde es Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff aber zu bunt: Auf der ersten Steilshooper Bürgerbeteiligungsveranstaltung zur geplanten U-Bahnlinie 5 im Armada-Saal schlug der Wandsbeker Verwaltungschef vor, einen öffentlichen Erkundungstermin mit Bürgern zu unternehmen, um die Legendenbildung ein für allemal zu beenden. Hochbahn-Pressesprecher Christoph Kreienbaum war von dem Vorschlag hellauf begeistert: „Da gibt es Türen, und wir werden alles unternehmen, die Schlüssel dafür bereitzustellen.“ An den Geisterbahnhof glaubt man freilich bei der Hochbahn genauso fest wie an die Existenz des Schotten-Ungeheurs „Nessi“ vom Loch Ness. Vermutlich stehen die Gerüchte im Zusammenhang mit dem Bau der Martin-Luther-King-Kirche. Die wurde nämlich extra „tiefergelegt“, wie Gemeindepastor Sönke Ullrich berichtete, um sie direkt neben dem künftigen U-Bahnzugang zu platzieren: „Die städtebauliche Absenkung hat die Kirche damals rund 500.000 Mark gekostet. Soll das jetzt alles für die Katz gewesen sein?“ Inzwischen nämlich wird von den U-Bahnplanern eine U5-Haltestelle im Schreyerring favorisiert. Für diese Variante präsentierten die Hochbahn-Experten bereits einen detaillierten Vorschlag, während es für eine Haltestelle an der Gründgensstraße noch keine Planskizze gab. Beim „Stimmungsbild“ unter den rund 80 anwesenden Bürgern (ein Drittel wohnte nicht weiter als zehn Minuten entfernt) gewann allerdings der Bahnhof Gründgensstraße haushoch, weniger wegen der Kirchennähe, sondern vor allem wegen des leichteren Umsteigens zu den Bussen. Zahlreiche Bürger, denen der Zustand des Einkaufszentrums (das Wochenblatt berichtete) geradezu auf den Magen zu schlagen scheint, erhoffen sich - neben weiteren von Ritzenhoff vorgestellten Projekten unter dem Stichwort „Rahmenplanung Steilshoop“ – von dem zentralen U-Bahnhof endlich die dringend benötigte Attraktivitätssteigerung des Stadtteilzentrums. Die Hochbahn-Experten hörten bei Wünschen und Kritik der Bürger genau zu, versprachen, die ausgegebenen „Ideenkarten“ detailliert auszuwerten und wollen - Neuheit! - einen Anwohnerbeauftragten für die U5 stellen. Im Herbst soll die nächste Beteiligungsrunde starten. Vorher will man noch nach dem „Nessi“-Bahnhof suchen.
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
393
Michael Kahnt aus Barmbek | 14.09.2016 | 12:28  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige