Neubauten an Sieker Landstraße kommen

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Moderne Neubauten mit viel Grün drumherum entstehen an der Sieker Landstraße Visualisierung: Wulff
 
Das alte Gelände an der Sieker Landstraße Foto: nik

Politik und Bauherr einigen sich auf Ausgleichsmaßnahmen im Stadtteil Rahlstedt

Von Nicole Kuchenbecker
Rahlstedt
Das Bauprojekt Sieker Landstraße kann kommen. Ein Start ist schon in den kommenden Wochen möglich. Dafür müssen aber drei Kastanien weichen, für die bislang keine Fällgenehmigung vorliegt. Auf einen entsprechenden Ausgleich haben Politik, Bau- und Wohnungswirtschaft sich jedoch schon im Vorfeld geeinigt. Zwei Jahre soll es dauern, bis die sieben Gebäude mit insgesamt 155 Wohnungen und mehr als 100 Tiefgaragenplätzen an der Sieker Landstraße 41 – 43 fertig gestellt sind. Je schneller die Genehmigung erteilt wird, desto schneller kann nun mit dem Bau begonnen werden, so Christine Stehr, Vorstandsvorsitzende der Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek eG (WGW). Von Seiten der Politik gibt es keine Einwände, das große Bauprojekt auf den Weg zu bringen. Die alten Gebäude, eine alte Filmproduktionsstätte, sind längst abgebrochen. Oliver Schweim, stadtplanungspolitischer Sprecher der Grünen, ist mit den Ausgleichsmaßnahmen zum Bauprojekt zufrieden und zeigt sich optimistisch „Ich denke schon, dass die Genehmigung noch in diesem Jahr kommen wird“, so Schweim. „Klare Gewinner sind neben den künftigen Bewohnern der Gebäude vor allem auch die Nachbarn in Rahlstedt, die sich über die Investition in den Grünbestand freuen können. Und natürlich auch in die Natur“, sagte Bauherr Stefan Wulff.

Für drei Kastanien kommen acht Bäume


Für die Fällung der drei von der Miniermotte befallenen Kastanien bieten die Bauherren Stefan Wulff, Geschäftsführer der Otto Wulff Projektentwicklung und Christine Stehr von der Wohnungsbaugenossenschaft umfassenden Ersatz: Vorgesehen ist, acht großkronige einheimische Bäume wie Feldahorn, Hainbuche, Eberesche und Sommerlinde auf Grundstücken der WGW im Bezirk Wandsbek anzupflanzen. Dazu werden 36 neue Bäume und 640 Meter Hecke auf dem Baugrundstück selbst an der Sieker Landstraße gepflanzt. Weiter wurde die Verabredung getroffen, eine Zahlung in Höhe von 18.000 Euro in den Naturschutzfonds der Stadt Hamburg zu leisten. In Kooperation mit der Loki-Schmidt-Stiftung kann so die Neupflanzung von weiteren 36 Bäumen in der Hansestadt finanziert werden. Weitere ökologischer Aspekte sind in die Bauplanungen eingeflossen: Eine Photovoltaik-Anlage mit rund 240 Modulen und einer Kollektorfläche von 300 bis 400 Quadratmetern und einer Gesamtleistung von etwa 60 Kilowatt Peak soll auf vier der sieben Gebäude entstehen. Damit kann die Anlage an diesem Standort rund 65.000 Kilowatt Stunde im Jahr erzeugen, was einem Durchschnittsverbrauch von etwa 19 Zwei-Personen-Haushalten entspräche. Zudem sollen Gründächer auf den Gebäuden entstehen. „An der Sieker Landstraße wird ein wertvoller Beitrag zu unserem Wandsbeker Wohnungsbauprogramm geleistet“, sagte Rainer Schünemann, stadtplanungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek. „Besonders erfreulich ist die Zusammenarbeit der beiden unterschiedlichen Bauherren. So entsteht ein attraktives Quartier mit einer Mischung aus Eigentumswohnungen, Sozialwohnungen und frei finanzierten Genossenschaftswohnungen. Dass das in Verbindung mit einer starken ökologischen Ausrichtung umgesetzt wird, sollte ein weiteres Vorbild auch für andere Projekte sein.“
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