Neue Bäume für Steilshoop: Anwohner entscheiden

Anzeige
Eine Umfrage unter Anwohnern bei Kaffee und Kuchen am Erich-Ziegel-Ring Foto: Haas

53 Neupflanzungen sind im Nordosten Hamburgs geplant. Bezirk Wandsbek befragt Bürger

Von Waltraut Haas
Steilshoop
„Welchen Baum hätten Sie denn gern?“ So befragten Baumfreunde der Initiative „Kahlschlag stoppen“ am vergangenen Freitag Passanten und notierten sämtliche Wünsche. Die Bezirksverwaltung räumt den Steilshoopern eine Mitgestaltung der geplanten 53 Neupflanzungen ein. Favorisierte Baumarten würden – wo immer möglich – berücksichtigt. Zunächst werden allerdings 53 Bäume auf öffentlichem Grund gefällt: für die Neugestaltung der Mitte Steilshoops. Gegen die Fällung von 117 Bäumen hatte die Initiative „Kahlschlag stoppen“ 2015 ein Bürgerbegehren gestartet. Den Bürgerentscheid setzten die Baumfreunde erst aus, als sie zum Jahresende – nach Verhandlungen mit Wohnungseigentümern und Bezirkspolitikern – einen Kompromiss erzielen konnten. Demnach werden die Bäume in den Achsen zwischen Gropius- und Schreyerring geschont; dem Bau des Marktplatzes nördlich des Einkaufszentrums steht damit nichts mehr im Wege. „Immerhin konnten wir 68 Bäume retten. Jetzt wollen wir dafür sorgen, dass die Ersatzbäume auch hier im Stadtteil nachgepflanzt werden“, erklären Klaus-Dieter Wachs und Dr. Martin Kersting, die Sprecher der Initiative. Unterdessen notieren ihre Mitstreiter bei Kaffee und Kuchen die Baumwünsche von Passanten. André und Janine Bartöck begrüßen die Umfrage. Eine Süßkirsche und eine Esskastanie an der Mittelachse wünscht sich das Paar. Das hätte was: Kirschen für alle, dazu ein Kirschblütenfest und im Herbst ein Erntefest mit reifen Maronen. Ein Nachbar spendiert gar zwei Lindenbäumchen im Topf, ihnen fehle nur noch der Ort, wo sie gedeihen, sagt er und schwärmt vom fantastischen Duft der Lindenblüte, die zudem Hummeln und Bienen ernähre. Walnuss-, Apfel-, Pflaumen- und Birnbäume werden mehrfach gewünscht. Nur für Feigen- und Pfirsichbäume sehen Skeptiker keine Chance. „Sie brauchen eben geschützte Lagen“, sagt einer der Baumexperten. Einen kleinen Wald mit Pilzkultur wünscht sich eine Nachbarin. Und einen Rotdorn sähe ein anderer Anwohner gerne, seine Blüte im Frühjahr zeige an, dass keine Bodenfröste mehr drohen. Viele Anwohner beteiligen sich an der Wunschbaum-Umfrage. Sie soll an der westlichen Mittelachse fortgesetzt werden.

Weitere Infos: Initiative „Kahlschlag stoppen“

Lesen Sie auch: Gegen Kahlschlag in Steilshoop
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige