Neue Flüchtlings-Unterkünfte in Rahlstedt

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Auf dem Zollgelände sollen schon bald 60 Flüchtlinge einziehen, später vielleicht maximal 462 Foto: rg

Behörden stellen Pläne vor. Kritik an Informationspolitik

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
61.600 Menschen auf der Flucht kamen im vergangenen Jahr nach Hamburg, 21.000 blieben und mussten untergebracht werden. Hunderte leben noch immer in Zelten. Mit diesen Zahlen begrüßte Holger Poser vom „Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge“ die zahlreichen Besucher in der Mensa des Gymnasiums Rahlstedt. „Inzwischen ist der Zuzug in Hamburg moderater, die Auslastung der Unterkünfte liegt aber noch immer bei 90 Prozent“, so Poser weiter. „Die Entwicklung der Flüchtlingszahlen ist völlig unklar, Wandsbek braucht für den Notfall Reserven“, ergänzte Frank Schwippert, stellvertretender Bezirksamtsleiter. Deshalb würden weitere Plätze geschaffen. Konkret ging es um zwei Standorte in Rahlstedt. Der Zoll braucht ein Wohnheim auf seinem Gelände in der Sieker Landstraße nicht mehr, dort sollen schon Mitte April 60 Flüchtlinge einziehen. „Wir bekommen die Folgeunterkunft mietfrei vom Bund, ein absoluter Glücksfall“, so Sonja Pauling vom Zentralen Koordinierungsstab. Es müsse allerdings noch ein neuer, eingezäunter Zugang geschaffen werden. Die Infrastruktur sei komfortabel, es gebe Kitas, Schulen, Supermärkte und Bushaltestellen in der Nähe. Laut Pauling laufen derzeit Gespräche, Zollgebäude und die mehr als 10.000 Quadratmeter große Freifläche dauerhaft zu nutzen. Dort könnten in Wohnmodulen bis zu 462 weitere Plätze entstehen. Das sei aber nur eine erste Idee. Konkreter sind die Pläne für den Rahlstedter Grenzweg im Gewerbegebiet Neuer Höltigbaum. Dort sind bereits vier Blöcke aus Wohncontainern aufgebaut, dazu kommen Containerblöcke für eine Kita, eine Schule, einen Arztbereich und die Verwaltung. Von Mitte Mai an sollen hier bis zu 960 Flüchtlinge einziehen. Die Erstaufnahme ist zunächst bis Ende 2019 terminiert, dann soll die Fläche wieder gewerblich genutzt werden. „Warum immer Rahlstedt?“ war eine mehrfach gestellte Frage an das Podium. „Eine gleichmäßige Verteilung von Flüchtlingen ist schwer“, räumte Holger Poser ein. Entscheidend sei letztlich die Verfügbarkeit freier Flächen. Bereits im November hätten die Arbeiten am Rahlstedter Grenzweg begonnen, aber erst jetzt im April werde die Öffentlichkeit informiert, kritisierte ein direkter Anwohner. Auch im Internet sei der Standort erst kürzlich genannt worden. „Das ist schlecht gelaufen. Damals herrschten chaotische Zustände, jetzt wird aufgeräumt“, versprach Poser. Er verstehe den Unmut und entschuldige sich, ergänzte der stellvertretende Bezirksamtsleiter Schwippert und dankte für eine faire Diskussion.
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