Neue Heimat für Fledermäuse

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Alexander Heidorn vom Nabu (li.) hat die Plakette „Fledermausfreundliches Haus“ an den Hausbesitzer Andreas Ehrich verliehen. Mit einem 40 Quadratmeter großen Boden hat er ein Paradies für Fledermäuse erschaffen Foto: kg

Hausbesitzer bietet Unterschlupf

Von Karen Grell
Tonndorf
Andreas Ehrich hat sein Eigenheim grundsaniert und dabei auch an Fledermäuse gedacht. Ein 40 Quadratmeter großer Dachboden, auf einem bereits bestehenden Anbau, sollte zunächst zugemauert werden, doch ein Nachbar, der sich sehr für Fledermäuse interessiert, schlug Ehrich eine bessere Idee vor. Jetzt führt ein freigelassener Zugang direkt in das Innere des Dachbodens, auf dem sich theoretisch hunderte von Fledermäusen einnisten könnten. Doch auch das schien dem Tonndorfer noch zu wenig und somit hängen weitere vier Fledermaus-Kästen im Außenbereich des Hauses an den Wänden. „Ein wahres Paradies für Fledermäuse, fand auch Alexander Heidorn vom Hamburger Naturschutzbund Nabu und verlieh dem engagierten Artenschützer die Plakette „Fledermaus freundliches Haus“. Andreas Ehrich freut sich über so viel Zuspruch und will die Plakette gleich an der vorderen Eingangstür gut sichtbar aufhängen. „Vielleicht“, so hofft er, „kann ich auch andere dazu bewegen, sich mit so einfachen Mittel am Erhalt der Arten zu beteiligen“.

Nabu bietet Führungen


Warum aber brauchen die Fledermäuse eigentlich Unterschlupf in Privathäusern, wenn sie doch auch in Bäumen und Dachgiebeln einen Platz zum Rasten finden könnten. Alexander Heidorn hat die Antwort: „Es gibt durch die energetische Sanierung vieler Häuser immer weniger Mauerspalten und Dachlücken, in die Fledermäuse schlüpfen könnten.“ Das sei zumindest für diese Tiere ein großes Problem. Bäume fehlen in der Stadt. „Früher gab es noch leer stehende Scheunen, tote Bäume, die stehenblieben und jede Menge bröckelnder Hausfassaden, die herrlichen Raum für die nächtlichen Flieger boten“, doch die Zeiten seien leider vorbei. Was für Hauseigentümer große Energieeinsparungen bedeutet, ist für die verschiedenen Fledermausarten, die sich hier im Norden aufhalten, eine wahre Katastrophe. Umso besser also, dass Andreas Ehrich gleich beim Sanieren mitgedacht und den Tieren eine Möglichkeit zum Aufenthalt geboten hat. Die Plakette allein, wird natürlich keine weiteren Zwergfledermäuse und Braune Langohren anlocken, den Einflugschlitz oben am Dachboden, den werden die ersten Exemplare aber schon bald finden, da ist sich Alexander Heidorn ganz sicher. Der Nabu will durch die Vergabe der Plaketten das Thema Fledermäuse noch präsenter machen. Für alle, die sich näher informieren wollen, finden beim Verein auch regelmäßig Fledermaus-Führungen statt.

Weitere Infos: www.nabu-hamburg.de
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