Neue Vorwürfe im Prozess gegen Feuerwehrmann

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Feuerwehrmann und Unfallfahrer Andre K. schweigt zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Foto:dpa

Businsassen belasten Busfahrer Ahmad T.

Von Marco Thielcke
Tonndorf. Dritter Verhandlungstag gegen Feuerwehrmann Andre K. (28), der auf einer Einsatzfahrt mit einem Löschfahrzeug der Feuerwehr an einem schweren Verkehrsunfall mit einem Linienbus beteiligt war. In dem Prozess sagen nun weitere Zeugen, meist Businsassen die unter den Schwerverletzten waren aus und werfen ein neues Licht auf das Unglück.
Zentrale Frage der Verhandlung ist, wann Andre K. das Martinshorn zog. Während am vergangenen Donnerstag der Busfahrer aussagte und die Vorwürfe der Anklage gegen den Feuerwehrmann und Unfallfahrer erhärtete, beschrieben am Montag einige der Businsassen nun ein anderes Bild von Ahmad T., der den Bus führte.
Eine Zeugin berichtet von einer zügigen Fahrweise. Ein Fernfahrer und ehemaliger Busfahrer, der ebenfalls als Zeuge auftritt erinnert sich an die Minuten vor der Kollision: „Er ist gefahren wie Sau. Bei Grün gab er Vollgas.“ Bei dem Unfall am 6. Juli 2011 starben zwei Menschen und 23 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Anklage wirft dem Feuerwehrmann der das Einsatzfahrzeug steuerte vor, fahrlässig gehandelt zu haben, als er in den Kreuzungsbereich einfuhr. Weitere neun Verhandlungstage sind angesetzt, um die Schuldfrage von dem tödlichen Unfall zu klären. Die Aussagen der Feuerwehrkollegen am ersten Prozesstag brachten keine Klarheit. Viele der Zeugen berichten noch heute von psychischen Belastungen, Angstzuständen und Panikattacken beim Busfahren oder wenn sie ein Martinshorn hören. In der Verhandlung bittet überraschend eine Zeugin das Wort an den 28-Jährigen Angeklagten richten zu dürfen. „Es ist mir wichtig, dass Sie wissen, dass ich keinen Groll gegen Sie hege“, erklärt die Zeugin, den Tränen nahe. Andre K. bricht sein Schweigen und bedankt sich bei der Zeugin. Bis zum 12. September werden noch zahlreiche Zeugen und Unfallbeteiligte angehört, dann soll der Prozess abgeschlossen sein. (mt)
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