Neuer TV-Star aus Hamburg-Wandsbek

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Salah Massoud mit der Filmklappe der neuen Serie Foto: Andreas Schlieter/Agentur Gipfelstürmer
 
Der Jungstar auf beim Winterzauber auf dem Wandsbeker Markt Foto: Gehm

Salah Massoud (17) spielt ab Januar in der ZDF-Familienserie „Sibel & Max“

Von Dagmar Gehm
Hamburg. Noch schaut sich niemand nach ihm um, wenn er seine Runden auf der „Like-Ice-Bahn“ dreht, noch ist er nur einer von vielen Besuchern des Wandsbeker Weihnachtsmarkts „Winterzauber“. Das mag sich bald ändern, wenn Salah Massoud ab 3. Januar 2015 in der interkulturellen Familienserie „Sibel & Max“ zu sehen ist, die das ZDF jeden Sonnabend um 19.25 Uhr ausstrahlt.
Zwölf Folgen wurden für die erste Staffel gedreht. Salah spielt
den 17-jährigen Sohn Yunus der türkischstämmigen Ärztin Dr. Sibel Aydin (Idil Üner), die sich mit dem Leiter einer Notfallpraxis auf St. Georg, Dr. Max Walther (Marc Oliver Schulze) zusammenraufen muss. Ausgerechnet dessen 16-jährige Tochter Jana wird schwanger von Yunus.
„In echt“ kommt bei Salah das Privatleben gerade etwas zu kurz, da er sich voll auf sein bevorstehendes Abi konzentrieren muss. In den Lieblingsfächern Englisch und Sport gibt es keine Probleme. Auch in Musik nicht, da er selber Klavier und Gitarre spielt. „Nur bei Mathe und Physik hakt es etwas“. Während der Dreharbeiten musste er oft direkt vom Filmset zur Schule und umgekehrt.

„In der Schule waren die Dreharbeiten kein großes Thema“ Salah Massoud
„Eine ganz schöne Doppelbelastung“, gesteht er. Auf die Frage, was er, falls zeitlich mal nötig, ab und zu wohl geschwänzt habe, grinst er nur vielsagend. Trotzdem: „In der Schule waren die Dreharbeiten kein großes Thema“, sagt der 18-jährige, „die Schulleitung stand voll hinter mir, die meisten Klassen-
kameraden finden es ganz toll, der Neidfaktor ist überschaubar“. Obwohl Salah das große Los gezogen hat. Obwohl seine bisherige Karriere schon so geschmeidig läuft, dass man es kaum glauben mag.

Ein Jahr Amerika

Für ein Highschool-Jahr zog es den schlaksigen Jungen mit den braunen Augen und dem dichten, dunklen Haar vor zwei Jahren nach Kentucky, wo er in Lexington auch einen Theaterkurs belegte. „Als ich nach Hamburg zurückkam, wollte ich unbedingt bei der Schauspielerei bleiben und Unterricht nehmen, doch das war zu teuer. Also spielte ich an Amateurtheatern, was mich
letztendlich aber nicht weiterbrachte“. Die Lösung war ein Schauspielcoaching bei der Hamburger Regisseurin Frauke Thielecke, finanziert durch Nebenjobs im Pizzaservice, in einer Bäckerei, durch Englisch-Nachhilfe.
Und er suchte sich eine Schauspielagentur, die ihn unter ihre Fittiche nahm. Seine Chance erhielt er schneller als erhofft bei der Agentur „Gipfelstürmer“, die ihn für das Casting zur neuen ZDF­-Serie „Sibel & Max“ ins Gespräch bringen konnte – vielleicht als Türöffner für weitere Engagements.
Wie sein berühmter Schauspielerkollege Jean-Paul Belmondo wird auch Salah mal keinen Stuntman nötig haben, wenn er waghalsige Szenen dreht. Fußball hat er gespielt, zuhause trainiert er Boxen am Punchingball, im Libanon hat er Bungeejumping gemacht, in Hamburg die Extremsportart Parkour über Mauern und Zäune. „Meine Mutter war Kunstturnerin, die Begeisterung für Sport habe ich wohl von ihr“. Alles ausprobieren, auf vielen Klaviaturen spielen, das ist genau sein Ding. Nur im Augenblick fühlt er sich etwas ausgebremst, da er sich beim Klettern über einen Zaun eine Rippenprellung zugezogen hat.
Parkour und Boxen fallen also erstmal flach. Salah sieht es sportlich: „Umso besser kann ich mich jetzt auf das Abi vorbereiten“.

Wo seine Freunde sind

Schon jetzt ist der Wandsbeker, der in Marienthal zur Welt kam, ein Global Player. Häufig verbringt er die Ferien im Libanon, der Heimat seiner Eltern. „Aber ich liebe auch New York“, sagt er, „und ab Sommer möchte ich erstmal ein Jahr lang reisen, denn wann geht es besser als nach dem Abi?“ Nach Australien soll es gehen, nach Ghana, Kanada und in die USA. „Überallhin, wo unsere weitverzweigte Familie lebt“. Für die Reisekosten kann er selber aufkommen, die TV-Gage hat er dafür gespart.Danach wird er auf jeden Fall zurückkehren nach Wandsbek, wo er sich zuhause fühlt, „Hier spiegelt sich meine Kindheit wider, hier habe ich meine Freunde.“
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