Neues Haus für Hamburger Flüchtlinge?

Anzeige
Seit Mitte 2013 leben 346 Flüchtlinge in den Gebäuden von Fördern und Wohnen in Farmsen Foto: mt/Archiv

Unterkunft kann Ersatz für Gebäude sein. CDU: Runden Tisch aktivieren

Von Rainer Glitz
Hamburg. Die Unterkunft in der August-Krogmann-Straße bietet derzeit 346 Plätze. Dort leben Flüchtlinge aus 32 Nationen. Nach anfänglichen Protesten im Stadtteil folgte eine Welle der Unterstützung durch die Anwohner, zahlreiche Kooperationen und ein Runder Tisch entstanden. Ab April 2016 sollen auf dem Areal Wohnungen gebaut werden. Auf der anderen Straßenseite soll dann eine neue Unterbringung gebaut werden. Das erfuhren die Teilnehmer der SPD-Sommertour mit Fraktionschef Andreas Dressel vor vier Wochen direkt vom Betreiber der Einrichtung fördern & wohnen. Und die Zahl von 350 Plätzen wurde genannt. Wohlgemerkt als Ersatz für die derzeitige Unterkunft.

Gerüchte sind falsch

In den folgenden Wochen kursierten nach den Worten von Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff Falschmeldungen und Gerüchte in Farmsen. „Unter den gegebenen Umständen ist es verantwortungslos und fahrlässig, mit Spekulationen Sorgen und Bedenken aufzubauen“, so der SPD-Politiker. Eine Aufstockung der Platzzahl sei nicht geplant, konkrete Pläne für eine Nachfolgeeinrichtung seien dem Bezirksamt nicht bekannt. „Es gab lediglich ein Vorgespräch im Rahmen der Flächenprüfung, zu konkreten Zahlen können wir nichts sagen“, so Lena Voß, Sprecherin des Bezirksamtes. Angesichts steigender Flüchtlingszahlen müssen in Hamburg bis Jahresende knapp 4.000 Plätze in öffentlich-rechtlichen Unterbringungen geschaffen werden.
„Richtig ist, dass regelmäßig Flächen gesucht werden, die für eine Unterbringung von Flüchtlingen geeignet sind, auch in Farmsen“, sagte Anja Quast, Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion.

Gleichmäßig verteilen

Die Zusage, dass auf dem Gelände Wohnungen gebaut werden, stehe, ergänzte Dennis Paustian-Döscher, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Eine Verdoppelung auf 700 Plätze sei weder geplant, noch politisch gewollt. Über die Größe der künftigen Einrichtung in Farmsen sei mit der Politik noch nicht gesprochen worden, so Quast und Paustian-Döscher weiter: „Wir wollen die zu schaffenden Plätze möglichst gleichmäßig auf alle Stadtteile verteilen.“ Genau das will auch die Farmsener CDU. In einem offenen Brief an den Runden Tisch forderte Huy-Tam Van, Ortsvorsitzender der Union, das Gremium kurzfristig einzuberufen, um verbindliche Informationen zu bekommen. Die CDU befürworte die öffentlich-rechtliche Unterbringung von Flüchtlingen, jedoch dezentral in kleinen Standorten mit bis zu 100 Menschen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige