Nicht mehr zu retten

Anzeige
Die verdorrten Palmen bieten einen traurigen Anblick.Foto: hbz

Das traurige Ende der Palmen in Rahlstedt

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Vorbei ist es mit karibischem Flair in Rahlstedts Einkaufsstraße: Die zwölf Palmen auf dem Platz zwischen Hagenower und Schweriner Straße sind nicht zu retten.
Das haben Fachleute jetzt festgestellt. Sie hatten die verdorrten Pflanzen im Auftrag des Bezirks-amtes jüngst begutachtet. „Wir müssen davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Palmen nicht mehr austreiben wird, auf jedem Fall nicht im erforderlichen Maß und Umfang, um vor Ort ein befriedigendes Bild zu schaffen“, bestätigte Bezirks-amts-Sprecherin Ulrike Nowicki. Die zwölf Palmen waren im vergangenen Jahr für je 1000 Euro auf dem Platz zwischen Hagenower und Schweriner Straße gepflanzt worden. Neben begeistertem Zuspruch hatte es schon damals zahlreiche Kritiker gegeben, die gegen die Anpflanzung der exotischen Pflanzen waren und lieber einheimische Bäume an dieser Stelle gesehen hätten. Genau das könnte nun eintreten, denn trotz Maßnahmen, die Pflanzen zu schützen, haben diese den Winter nicht überlebt. Das Bezirksamt sucht nun das Gespräch mit dem Unternehmen (das die Palmen pflanzte und Winter fest machen sollte), um sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu verständigen und umgehend eine Lösung für die Situation zu finden“. Möglich sind alle Lösungen, die sich aus dem Vertrag ergeben. Sobald eine Lösung gefunden ist, will sich dann das Bezirksamt die Umsetzung eng mit den politischen Gremien im Bezirk abstimmen. Bei der GAL, von Anfang an Gegner der Palmen, weil man lieber einheimischen Bäumen den Vorrang gegeben hätte, sieht man diese Aussage des Bezirksamtes kritisch. Oliver Schweim, Mitglied der Grünen im Bauprüfausschuss Rahlstedt der Bezirksversammlung Wandsbek fordert gegenüber dem WochenBlatt einen Austausch der Palmen durch einheimische Bäume. Schweim weiter: „Ein Austausch der Palmen ist die logische Konsequenz einer ökologisch nicht nachvollziehbaren Entscheidung. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Palmen durch einheimische Bäume ersetzt werden. Gute Beispiele sind der Feldahorn, oder Kugel-Spitzahorn, Mehlbeeren oder Thüringische Mehlbeeren. Die Mehlbeeren und der Feldahorn zeichnen sich durch eine hohe Trockentoleranz und eine gute Winterhärte aus“.
Schweim fordert, aus der Palmenposse zu lernen, und bei der Begrünung des Helmut-Steidl-Platzes vorsichtiger vorzugehen. Der GAL-Politiker: „Jeder fehlende Baum verschlechtert die CO2-Bilanz und verringert den Lebensraum für Insekten und Vögel. Außerdem sind kahle Einkaufsstraßen auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, da sie auf die Bürger eine geringere Anziehungswirkung haben und nicht zum Verweilen einladen.“ (hbz)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige