Noch 50 Jahre warten?

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Spätestens 2027 soll die erste U 5 fahren Foto: HVV

Farmsen: Die Bahn kommt – nur keiner weiß genau wann

Von Michael Hertel
Steilshoop/Bramfeld/Farmsen
Eine Verlängerung der geplanten neuen U-Bahnlinie 5 (Bramfeld – Osdorfer Born) nach Farmsen wird es – wenn überhaupt – erst „in ferner Zukunft“ geben: Das erklärte ein Vertreter der Hamburger Hochbahn (HHA) auf der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne. Der Referent, der die Kommunalpolitiker über den Planungsstand unterrichtete, sprach über einen Zeitraum von „50 Jahren“. Die anwesenden Parteienvertreter schienen zunächst zu verdutzt, um nachzuhaken. Inzwischen aber liegen erste Stellungnahmen vor. Als Referent trat der Bereichsleiter Unternehmenssteuerung und Systementwicklung, Gerhard Schenk, vor Kommunalpolitikern und Bürgern auf. Auf die Frage von Jan-Hendrik Blumenthal (Grüne), wie es denn um die angedachte Verlängerung der neuen U 5 nach Farmsen stehe, antwortete dieser, über eine Fortführung der Strecke in Richtung Farmsen oder Norden sei „intensiv nachgedacht“ worden. Die Zielstation stehe jedoch noch nicht fest und sei zudem erst in „etwa 50 Jahren“ zu erreichen. Auf Nachfrage des Wochenblatts erklärte Schenk, er sehe eine Dringlichkeit für den Weiterbau der U 5 nach Farmsen „erst in ferner Zukunft“. „Sehr schade! Wir halten den Weiterbau nach Farmsen für verkehrspolitisch erforderlich. Das sollte man nicht auf die lange Bank schieben“, erklärte dazu der Wandsbeker CDU-Fraktionsvorsitzende Eckard Graage. Grünen-Fraktionschef Dennis Paustian-Döscher meint: „Für uns Grüne hat die Schienenanbindung von Bramfeld und Steilshoop oberste Priorität. Nach über vier Jahrzehnten muss dieses Versprechen endlich eingelöst werden. Bei der Planung ist uns wichtig, dass der spätere Lückenschluss nach Farmsen technisch möglich ist. Durch die stetig wachsende Bevölkerungszahl dürfte die Weiterführung nach Farmsen schon deutlich früher erforderlich sein.“ Lars Kocherscheid-Dahm (SPD) freut sich über die Option einer Verlängerung der U 5 nach Farmsen. „Aber die Kernprojekte S 4 im Rahlstedter Raum und U 5 nach Bramfeld stehen für uns im Vordergrund.“

Nur noch zwei Varianten


Schenk verriet weitere interessante Details. Gebaut werden soll die Strecke im Schildvortrieb (spezielles Tunnelbauverfahren). Das ist zwar teurer, verursacht aber weniger Behinderungen an der Oberfläche. Bei der Anbindung Steilshoops wurden zunächst drei Varianten diskutiert: Eine zentrale Haltestelle an der Gründgensstraße, eine Haltestelle am Schreyerring, jeweils in Höhe des Einkaufzentrums, oder zwei Haltestellen am Fritz-Flinte-Ring und Erich-Ziegel-Ring. Letztere Variante hätte zwar die meisten Fahrgäste (16.100) erschlossen, wäre aber wesentlich teurer geworden. Die Bürger sollen jetzt um die beiden verbliebenen Varianten mitentscheiden. Die Haltestelle Schreyerring erschließt dabei mehr Anwohner (13.200), an der Gründgensstraße (12.000) wäre das Umsteigen zu den Bussen bequemer. Übrigens: Gerüchte, wonach es in Steilshoop bereits bauliche Vorleistungen (Bahnhof, Tunnel) gebe, verwies Schenk ins Reich der Fabel. Intensive Gedanken haben sich die U-Bahnplaner um den Erhalt des Bramfelder Dorfangers mit Blutbuche und Baumbestand gemacht. In Bramfeld soll es statt des üblichen Mittelbahnsteiges zwei Seitenbahnsteige geben. Geplanter Baubeginn: 2021. Spätestens 2027 soll die erste U 5 fahren. Die Bürgerbeteiligung startet noch vor der Sommerpause.
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1 Kommentar
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 05.04.2016 | 23:37  
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