Noch viel Potenzial an der Chaussee in Hamburg

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Die Wandsbeker Chaussee in Eilbek soll attraktivere Einkaufsmöglichkeiten bieten Fotos: Glitz

Wie sich die Einkaufsmeile in Wandsbek verbessern kann. Erste Analyse

Von Rainer Glitz
Hamburg. Wie kann sich die Wandsbeker Chaussee als Einkaufsmeile positiv entwickeln und Impulse für den Stadtteil geben? Dieser Frage sind gleich zwei Stadtplanungsbüros nachgegangen. In Gesprächen und mit einem Fragebogen wurde zunächst eine Bestandsaufnahme in Sachen Einzelhandel und Gastronomie gemacht. Gemeinsam mit Anwohnern, Politik und den Gewerbetreibenden sollen dann Szenarien gebildet und Empfehlungen diskutiert werden. Erste Ergebnisse wurden jetzt in der Grundschule Wielandstraße vorgestellt.

Eilbeker diskutieren mit

Offenbar ist das Interesse der Eilbeker groß: Der Musikraum war rappelvoll, es mussten zusätzliche Stühle geholt werden.
107 Einzelhandelsgeschäfte gibt es an der Wandsbeker Chaussee zwischen der gleichnamigen U-Bahnstation und der U-Bahn Wartenau. Dazu kommen 255 Läden der „ergänzenden Nutzung“ – soll heißen: Friseure, Banken, Ärzte oder Gastronomie. 30 Geschäfte stehen leer. „Wir haben insgesamt ein buntes Bild mit vielen kleinen, inhabergeführten Läden mit einer Ballung an den drei U-Bahnstationen“, erklärte Torben Döring von „Stadt und Handel“. Die großen Lebensmitteldiscounter seien Kundenmagneten. Konkurrenz mache der Eilbeker Einkaufsmeile der Wandsbeker Markt, die Hamburger Straße und die nahe City. 40 Prozent der Kunden kommen aus Eilbek, 26 Prozent aus Nachbarstadtteilen. Zentrale Lage und gute Verkehrsanbindung sehen die Händler nach eigenen Angaben als Stärken der Wandsbeker Chaussee, den Verkehr, fehlende Parkplätze und wenig Laufkundschaft als Nachteile. „Viele Händler waren nicht bereit, mit uns zu sprechen“, erläuterte Mone Böcker von „Raum und Prozess“ die Schwierigkeiten bei der bisherigen Arbeit.

Tempo 30 einführen

„Die Wandsbeker Chaussee ist keine Einkaufsmeile mehr“, sagte eine ältere Frau gleich zu Beginn der Diskussion. Es gebe nur noch Nagelstudios, Sportwetten und Shisha-Lounges, aber keine kleinen Lebensmittelgeschäfte mehr. Die B 75 sei in den 60er Jahren zur Stadtautobahn ausgebaut worden, kritisierte ein jüngerer Mann, das sei eine verkorkste Planung. „Wir wollen die Straße zurückbauen und nachts Tempo 30 einführen“, sagte dazu der SPD-Bezirksabgeordnete Ingo Freund. Beifall gab es für den Vorschlag einer Eilbekerin, an der Wandsbeker Chaussee Bäume zu pflanzen. Auch ein Markt könne die Meile attraktiver machen, so ein Restaurantbesitzer. Die Diskussion soll schon bald auf einer größeren Veranstaltung fortgesetzt werden.
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