Note eins beim Umweltschutz

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Sascha Schwarz (li.) und David Bengelsdorf sind mit Zangen und Eimer ausgerüstet, dürfen aber auch die anderen Schüler zum Müllsammeln aktivieren Fotos: Chr. Möller
 
Lehrer Nikolai Zantke und Schulleiterin Bärbel Wiegand freuen sich über die Auszeichnungen für ihre Schule

Otto-Hahn-Schule ist Klasse in Sachen Klima und Energiesparen. Neu: Strom durch Windrad

Von Christa Möller
Jenfeld Lehrer Nikolai Zantke liegt die Umwelt am Herzen: Deshalb fährt der Tonndorfer mit dem Fahrrad zur Otto-Hahn-Schule in Jenfeld, einer „Pilotschule des Klimaschutzes“, wo er seit drei Jahren „aus persönlichem Interesse“ als Klimabeauftragter tätig ist und seit fünf Jahren die Umweltgruppe leitet. „Ein umfangreiches Angebot an Fortbildungen seitens der Behörde und privater Anbieter hat mein fachliches Wissen deutlich erweitert. Zudem gibt es eine Vielzahl an Fachleuten, auf die wir im Bedarfsfall zurückgreifen können, ebenfalls teilweise seitens der Behörde“, verweist Zantke unter anderem auf Heizungs-, Solar-, Thermographie- oder Windkraftfachleute.
Unterschiedliche
Reaktionen
Jeweils zwei Schüler pro Klasse (beziehungsweise in den Oberstufen pro Jahrgang) engagieren sich, wie es für alle Schulen Vorschrift ist, als Umweltbeauftragte. Sascha Schwarz, 14, aus Jenfeld und David Bengelsdorf, 16, aus Rahlstedt sind für dieses Schuljahr in der Klasse 8f als Umweltbeauftragte gewählt worden und achten deshalb ganz besonders auf ihre Umwelt. Dazu gehört, dass der Schulhof sauber gehalten und in den Klassen der Abfall getrennt wird. Gegebenenfalls ermahnen sie auch schon mal ihre Mitschüler, wenn Müll auf dem Boden statt im Abfallbehälter landet. „Sie sollen das nicht selbst machen, sondern Schüler und Lehrer darauf ansprechen“, betont Nikolai Zantke. Wie das bei den Mitschülern ankommt? „Unterschiedlich. Manche machen das, manche weigern sich“, sagen die Achtklässler. Gegebenenfalls können sie sich an die Hofaufsicht wenden. „Nur ältere Schüler spricht man nicht so gern an.“
Klima-Profil
In ihrer eigenen Klasse gibt es kaum Probleme: „Die machen das sowieso alle“, loben David und Sascha ihre Mitschüler. Zu den Aufgaben der beiden gehört es außerdem, darauf zu achten, dass die Fenster geschlossen sind und das Licht ausgeschaltet wird, wenn der Unterricht beendet ist. Zweimal jährlich gibt es ein Info-Treffen für die Umweltbeauftragten, die auch zuhause einen Blick darauf haben, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird. Der Umwelt zuliebe hat sich die Otto-Hahn-Schule, an der es übrigens in der Oberstufe ein Profil „Klima und Energie“ gibt, das Ziel gesetzt, ihre Kohlendioxyd-Emission bis zum Jahr 2020 um 29 Prozent (in Bezug auf das Jahr 2007) zu reduzieren. „Wir haben einen Klimaschutzplan in Kooperation mit dem Wetterdienst aufgestellt“, erläutert Schulleiterin Bärbel Wiegand.

Windrad-Bau demnächst

Der Plan umfasst beispielsweise die Reduzierung des Heizenergieverbrauchs umfasst, die Automatisierung der Lichtsteuerung, aber auch die regelmäßige Auffrischung des Kenntnisstandes der Umweltbeauftragten oder den Bau einer Windkraftanlage. Letztere lässt allerdings noch auf sich warten. „Daran arbeiten wir schon ganz lange“, erinnert Nikolai Zantke an den Spendenlauf vor drei Jahren, der etwa 6.000 Euro erbrachte. Die Hälfte der Summe soll zur Finanzierung beitragen, weitere 16.000 Euro kommen vom Senat, außerdem beteiligen sich mehrere Sponsoren an den Kosten für das etwa 30.000 Euro teure Windrad. Nun endlich ist die bürokratische Vorarbeit erledigt, die erforderlichen Gutachten liegen vor, jetzt kann das Fundament gegossen werden. Das Windrad soll Strom für die Schule erzeugen. 7,2 Kilowatt pro Stunde, das sind 1.500 bis 3.000 Kilowatt-Stunden pro Jahr, rechnet Lehrer Zantke die Ersparnis hoch. „Das würde reichen, ein Einfamilienhaus zu versorgen.“ Natürlich sei das keine kaufmännische Rechnung, lege man die Anschaffungskosten zugrunde: „Das hat viel mit Idealismus zu tun. Es ist viel mehr wert, als es kostet.“

Kein Autofreier Tag

Der Einsatz von Schülern und Lehrern wurde schon mehrfach belohnt: 14 Mal in Folge wurde die Otto-Hahn-Schule als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. Demnächst steht die Fassaden- und energetische Sanierung der 1968 erbauten Schule an – ein weiterer Schritt zum Energiesparen. Doch nicht alle Ziele können verwirklicht werden. Beispiel: ein autofreier Tag an der Schule. Grund „hoher Widerstand im Vorfeld ermittelt“, im Klimaschutzplan steht der Punkt – noch - unter Status „Unerledigt“.
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