Ödnis statt Öko-Nische

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Zertrampelte Neuanlage am Edwin-Scharff-Ring: Sie verkommt schnell zum Hundeklo Foto: wh

Gerodete Mittelachse missfällt Anwohnern

Steilshoop 26 Bäume sind entlang der Mittelachse im vergangenen Februar gefällt worden, weil sie den Rettungsgassen der Feuerwehr im Weg waren. Die brauche „ausreichend Bewegungsräume und Anleiterungsflächen für Lösch- und Rettungsfahrzeuge“, erklärt die Info-Broschüre für Bewohner zur neuen Mitte Steilshoop.
Jetzt gibt es Platz – und viele kahle, trostlose Flächen! Der Sommerregen war zwar am Werk, doch kaum geht die Rasensaat auf, werde sie schon wieder zertrampelt und verwühlt. „Manche der neu angelegten Flächen verkommen regelrecht zum Hundeklo“, erklärt Anwohnerin Gisela Wenrich. Die Vierbeiner haben nirgends Zutritt in die lauschigen Innenhöfe der Gebäude am Edwin-Scharff-Ring. Der Weg von Herrchen und Frauchen zur nahen Hundewiese in Richtung Bramfelder See führt über die Mittelachse West, die gerade neu gestaltet wurde. „Mir tut es weh, wenn der frisch angelegte Rasen einfach zertrampelt wird“, sagt Gisela Wenrich. „Besonders, wenn man bedenkt, wie sehr die Arbeiter dafür geschuftet haben.“ Mehr Respekt für die Neuanlage der Mittelachse fordert die Seniorin. Seit 43 Jahren wohnt sie dort. Bei der Gestaltung ihres Hauseingangs legt sie selbst immer noch regelmäßig Hand an. Liebevoll hat sie die Rabatte mit Stauden und Blumen bepflanzt. Auch die seien zu ihrem Bedauern nicht immer sicher vor Hundehäufchen.

Anwohner wollen Büsche zurück


„Neupflanzungen an besser geeigneten Stellen“ werden hier immerhin versprochen. Warum aber die bislang mit Büschen bewachsenen Mittelinseln jetzt mit Rasen begrünt wurden, kann sich Gisela Wenrich dennoch nicht erklären. „Die Büsche waren zwar ungepflegt. Aber jährlich ein bis zwei Heckenschnitte hätten das leicht geändert.“ Jetzt vermisst die Anwohnerin die Quartiere für die Singvögel, die im Gebüsch immer gebrütet hätten. Und der Rasen brauche doch viel mehr Pflege.
Er müsse mindestens im Abstand von zwei Wochen gemäht werden, rechnet sie vor. Völlig unsinnig findet die agile Seniorin, dass ab Oktober auch noch im Zentrum am Schreyerring hunderte Bäume gefällt werden sollen. „Um den zentralen, großzügigen Quartiersplatz realisieren zu können, der bei Bedarf auch groß genug für stadtteilweite Veranstaltungen sein soll.“ So lautet die Begründung in der Anwohner-Information zum „Innovationsquartier Steilshoop“. Dort ist von einer „optischen Öffnung zwischen den Achsen und dem zentralen Platz“ die Rede. Die Anwohner fragen sich also weiterhin: Muss denn „die Optik“ zu Ungunsten der gewachsenen ökologischen Nischen ausfallen. (wh)
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2 Kommentare
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Bernhard Lang aus Steilshoop | 19.08.2015 | 09:19  
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 27.08.2015 | 15:26  
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