Ohne Mütter läuft hier nichts

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Heinke Meyer-Hoeven (li.) und Christel Franz (re.) helfen gern in der Schulküche, die von Sieglinde Neils geleitet wird. Foto: Möller

Cafeteria-Einsatz am Matthias-Claudius-Gymnasium

Von Christa Möller
Wandsbek. Morgens Dutzende Brötchen schmieren, leckeren Salat mit Käse und Ei portionieren, Studentenfutter in Tüten abfüllen, Getränke, Obst und auch ein paar Süßigkeiten bereithalten und in der Freizeit verkaufen – das übernehmen Mütter ehrenamtlich am Matthias-Claudius-Gymnasium. „Wir hatten auch mal einen Vater dabei, aber das ist schon lange her“, erinnert sich Mensa-Leiterin Sieglinde Neils. Etwa 180 hungrige Schüler und auch einige Lehrer kommen zum Mittagessen in die Mensa, das Frühstück wird von weitaus mehr Kindern genutzt.

Eingespieltes Team

Vier 400-Euro-Kräfte sind hier außer Sieglinde Neils im Einsatz und unterstützen außerdem den Cafeteria-Betrieb, für den sich zur Zeit 30 bis 35 Mütter sowie eine Großmutter engagieren. „Meine beiden Kinder haben hier Abitur gemacht“, sagt Christel Franz, deren zwei Enkelkinder seit sechs Jahren das Gymnasium besuchen. Seitdem ist auch die Oma an der Schule aktiv. Heinke Meyer-Hoeven hat seit sieben Jahren ein Kind auf dem Matthias-Claudius-Gymnasium und versorgt seitdem hungrige Schüler. Sie hat auch fleißig weiter geholfen, als ihr Sohn ein Jahr im Ausland war – weil es ihr im Team so gut gefällt. „Ohne die Ehrenamtlichen könnten wir den Betrieb nicht aufrechterhalten“, betont die Leiterin und freut sich, dass ihre Helferinnen im Notfall auch mal kurzfristig einspringen oder zusätzlich beim Tag der offenen Tür helfen.
Sieglinde Neils hat 1985 mit dem Milchverkauf begonnen, „als mein erster Sohn zur Schule gekommen ist.“ Seit 1993 ist sie in der Cafeteria des Matthias-Claudius-Gymnasiums tätig. Bis 2004 ehrenamtlich. Seither ist sie als 400-Euro-Kraft beschäftigt und wandelte sich von der „Kochmutti zur Teamleiterin“. „Das ist eine gewachsene Sache“, sagt Sieglinde Neils bezüglich der Mensa. Vor 22 Jahren starteten die ersten Planungen, 1993 wurde der Kochbetrieb aufgenommen. „Das wurde dann immer professioneller.“ Seitdem nicht mehr genug Ehrenamtler bereitstehen, wird das Mittagessen angeliefert. „Die 400-Euro-Kräfte bereiten die Mittagsausgabe vor, übernehmen die Reinigung und müssen immer dann einspringen, wenn wir nicht genügend Muttis haben.“
Eine der Hilfskräfte gibt demnächst ihren 400-Euro-Job auf und wird dann ehrenamtlich weitermachen – obwohl sie gar kein Kind an der Schule hat. „Wir müssen kostendeckend arbeiten“, sagt Sieglinde Neils. Gewinn darf die Schulküche, die zum Verein Freunde und Förderer des Gymnasiums gehört, nicht machen. Sie muss aber Rücklagen bereithalten, wenn beispielsweise Gefrierschrank, Waschmaschine oder Wäschetrockner streiken. Die Ehrenamtlichen sind von 8 bis 12 Uhr im Einsatz, einige aber auch nur von 8 bis 10 oder von 10 bis 12 Uhr. Einmal wöchentlich oder einmal alle vier Wochen. Nach Beendigung der Essensausgabe wird noch ein bisschen saubergemacht, dann haben
Christel Franz und Heinke Meyer-Hoven frei.

Jede helfende Hand wird gebraucht. Wer die Cafeteria ehrenamtlich unterstützen möchte, melde sich bei Sieglinde Neils unter Tel.: 0176 – 48 21 32 44. Dabei sind Sprachprobleme kein Hinderungsgrund - auch ausländische Mütter sind willkommen.
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