„Olympia ist mein Ziel“

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Peer Rönnbeck (im blauen Anzug) wäre gerne der erste Deutsche Judo-Olympiasieger aus Hamburg Foto: wb

Der 14 Jahre alte Judoka Peer Rönnbeck richtet sein Leben auf den Sport aus

Von Julia Nikoleit
Eilbek/Wandsbek

Einen Tag ohne Judo gibt es für Peer Rönnbeck so gut wie nie. Der 14 Jahre alte Judoka besucht die Eliteschule des Sports am Alten Teichweg und trainiert insgesamt achtmal in der Woche. Selbst eine Klassenfahrt zum Skifahren sagte der großgewachsene, schmale Junge im vergangenen Jahr mit großer Selbstverständlichkeit ab – er müsse ja trainieren. Fragt man ihn nach seinem Ziel, kommt die Antwort bestimmt und ohne Zögern: „Ich möchte mich so bald wie möglich bei den Deutschen Meisterschaften platzieren und irgendwann an den Olympischen Spielen teilnehmen.“ Tokio 2020 hat Rönnbeck im Blick. Die Spiele 2024 in seiner Heimatstadt wären natürlich „sehr, sehr cool“, wie er sagt. „Ich bin ein Fan der Bewerbung. Nirgendwo könnte Olympia besser stattfinden als in Hamburg.“ Am 21. März entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), ob er Hamburg oder Berlin ins Rennen schickt.
Daran, dass er sich seinen Wunsch erfüllen kann und im Zeichen der Ringe auf der Matte stehen wird, zweifelt der Achtklässler nicht. Und auch seine Trainer bescheinigen Rönnbeck großes Potenzial. Schon jetzt münzt er die harte Arbeit auf der Matte in Erfolge um: 2014 wurde er Norddeutscher Vizemeister U15 in der Gewichtsklasse bis 55kg. Bei den Hamburger Meisterschaften vor drei Wochen löste Rönnbeck als Silbermedaillengewinner wieder das Ticket für die überregionalen Kämpfe. Als jüngster Athlet gehört er zudem seit kurzem dem U18-Kader des Hamburger Judo-Verbandes (HJV) an. Es ist ein illustrer Kreis: Insgesamt nehmen gerade einmal zehn Kämpfer aus vier Jahrgängen an der Förderung in diesem Landeskader teil. Dass er der jüngste ist, stört Rönnbeck nicht. „Dort habe ich im Training ältere Partner mit mehr Erfahrung gegen mich. Dadurch kann ich nur lernen“, sagt der Schüler und sieht eher die Vorteile.
Sein Leben hat Rönnbeck komplett auf den Sport ausgerichtet. 2010 wechselte er zum renommierten T.H.-Eilbeck, der seit Jahren zu den führenden Judo-Vereinen in Deutschland gehört und vor fünf Jahren für seine hervorragende Nachwuchsarbeit mit dem Grünen Band des DOSB ausgezeichnet wurde. Mit der Entscheidung für die Eliteschule des Sports verfolgte Rönnbeck den Weg in die Leistungsspitze konsequent weiter. Selbst das obligatorische Schulpraktikum stellt der junge Judoka in den Dienst seiner Sportart. Er wird es in wenigen Wochen in der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Köln absolvieren.
Die Entscheidung für seinen Sport hat er bewusst getroffen: „Ich liebe Judo, weil es ein Einzelsport ist. Ich kann mich nur auf mich verlassen. Wenn ich verliere, bin ich allein verantwortlich. Und wenn ich gewinne, auch.“ Zu viel von seinem Sport hat Rönnbeck nie. „Ich will es genauso so“, wischt er etwaige Bedenken weg. Denn er ist sich sicher: Irgendwann wird sich der im Training vergossene Schweiß auszahlen. Und warum sollte das nicht 2024 in den Messehallen sein, dem geplanten Austragungsort der Judo-Wettkämpfe? Wenn es nach ihm ginge, wäre Peer Rönnbeck gern der erste deutsche Judo-Olympiasieger aus Hamburg.
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