Olympia-Kritiker blieben unter sich

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Heike Sudmann, Nicole Vrenegor, Martin Schütz und Ingo Böttcher (v.l.n.r.)diskutierten im Kulturschloss Foto: rg

NOlympia, Linke und Piraten formulierten bei Veranstaltung im Kulturschloss Bedenken gegen Hamburgs Bewerbung

Von Rainer Glitz
Bezirk Wandsbek Die Spiele 2024 sollen Hamburg in der Welt bekannter machen, Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur voranbringen und letztlich allen Sportlern in der Stadt nützen. Das sind die wesentlichen Argumente der Befürworter der Olympiabewerbung. Die trafen sich zeitgleich zu einer wichtigen Sitzung des HSB und waren deshalb trotz Nachfrage nicht bei der Veranstaltung im Kulturschloss Wandsbek dabei. Dafür aber Gegner der Bewerbung, und die glauben die Argumente des Senates nicht.
„Ich mache selbst gern Sport, und Breitensport ist sehr wichtig“, betonte Nicole Vrenegor von der Initiative NOlympia Hamburg: „Dafür braucht es aber keine Olympischen Spiele“.
Vrenegor zweifelt an den bislang veranschlagten Kosten von 6,5 Milliarden Euro, von denen Hamburg nur 500 Millionen Euro zahlen soll. Nach den Erfahrungen von London hält sie das Doppelte für realistisch: „Das Konzept ist risikoreich und teuer!“ Profitieren würde vor allem die Tourismus- und die Immobilienbranche. Es sei mit Mietsteigerungen von rund 30 Prozent in der City zu rechnen. Davon geht auch Heike Sudmann aus. Die Stadtentwicklungsexpertin der Linken zweifelt auch an der Finanzierung: „Wo soll das Geld herkommen, wenn die Schuldenbremse bleibt?“ Stadtplanung brauche im Übrigen Zeit, und die fehle, wenn Hamburg wirklich den Zuschlag bekäme. „Wir sollen dem Senat einen Blankoscheck ausstellen“, sagte Martin Schütz von der Piratenpartei Eimsbüttel. Es gebe bislang überhaupt keine belastbaren Zahlen über Kosten und Nutzen der Spiele. Schütz befürchtet, das private Investoren einsteigen müssten: „Und die wollen nur Profit machen.“ Das gelte aber auch für das Internationale Olympische Komitee, so das Podium einhellig. Gegen den Weltverband gebe es zu Recht Vorbehalte.
„Das Referendum im November darf nur ein olympischer Sonderfall sein“, sagte Ingo Böttcher, Vertrauensmann der Volksinitiative „Lex Olympia“. Er befürchtet in Sachen Volksgesetzgebung eine Machtverschiebung zugunsten der Bürgerschaft. Auch das Thema Sicherheit erzürnte Podium und Publikum Ganz Hamburg müsse in einer Gefahrenzone leben, die Polizei werde aufgerüstet und eine flächendeckende Videoüberwachung eingeführt. Und die werde bleiben. Die Befürworter seien finanziell und mit den Möglichkeiten des Senates im „Wahlkampf“ klar im Vorteil, waren sich die Anwesenden einig. Dennoch glaube man an einen Erfolg beim Referendum. „NOlympia“ soll auch in Wandsbek Fahrt aufnehmen.
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