Osterbek wird renaturiert

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Bezirksamtschef Thomas Ritzenhoff (li.) und Tobias Hinsch beim Spatenstich Foto: wh

Seit zehn Jahren engagiert sich der NABU für die naturnahe Rückentwicklung von Hamburgs Gewässern

Bramfeld/Farmsen Thomas Ritzenhoff ließ es sich kürzlich nicht nehmen, selbst Hand anzulegen – beim nicht nur symbolischen Spatenstich. Ohne Schlips kam der Leiter des Bezirksamtes Wandsbek auf die Baustelle an der Osterbek, dafür mit Gummistiefeln, krempelte die Jeans hoch und griff beherzt zum Spaten. Unterstützt von NABU-Geschäftsführer Tobias Hinsch grub er am letzten Damm zum alten Rinnsal der Osterbek einen Durchstich. Auf das Kommando „Wasser Marsch!“ sprudelte die Osterbek in die neu angelegte Zone nördlich der Steilshooper Allee und der Straße Am Luisenhof. Ab sofort kann sich der vor gut 40 Jahren begradigte Oberlauf wieder durch ein aufwändig angelegtes naturnahes Bachbett schlängeln, in dem auch Inseln und unterschiedlich tiefe Teiche gebaut wurden. Zudem sorgen Geröll, Kies und Baumstämme jetzt auf 100 Metern für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten. „In den kommenden Wochen werden wir beobachten, wie schnell sich das neue Bachbett der Osterbek hier mit Leben füllt.“ versprach der NABU-Referent für Gewässerschutz Andreas Lampe. Spaziergänger könnten sich bald auf dem noch auf der Baustelle anzulegenden Weg davon überzeugen.

NABU-Projekt „Eisvogel“


Seit zehn Jahren engagiert sich der NABU für die naturnahe Rückentwicklung von Hamburgs Gewässern. So schreibe es auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie fest, betonte Tobias Hinsch. Ehedem zu Abflussrinnen kanalisiert und begradigt, lassen Bäche und Flüsse jedes Leben vermissen. Durch zahlreiche Bachpatenschaften und Renaturierungsaktionen gemeinsam mit Freiwilligen werden immer mehr Biotope für bedrohte Tierarten an Bächen und Ufern geschaffen. Die Natur kehrt zurück.
Mit Libellen, kleinen Fischen und Amphibien fühlt sich bald auch der Eisvogel hier wieder wohl. Das sperlingsgroße blaugrüne Maskottchen der NABU-Projekte ziert deshalb die Info-Tafel auf der Baustelle unweit der Straßenbrücke. Die Maßnahme sei ein gutes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken von Bezirksamt und Naturschutzverbänden bei der Gewässerentwicklung, lobte Ritzenhoff.
Während Hamburg immer nur mit Elbe und Alster asoziiert werde, weise allein der Bezirk Wandsbek über 400 Kilometer Flussläufe auf. Besonders erfreulich: „Der hier neu geschaffene Raum für die Osterbek trägt zudem noch zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes bei“, so Bezirksamtschef Ritzenhoff. (wh)
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