Perspektiven für Eilbek

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Mone Böcker von raum und prozess war bei ihren Recherchen in Sachen „Impulse für Eilbek“ oft mit dem Fahrrad unterwegs Foto: kg

Vorschläge für Entwicklung der Wandsbeker Chaussee werden vorgestellt

Von Karen Grell
Eilbek
Ein Jahr lang hat das Büro für Stadtteilentwicklung „raum und prozess“ das Quartier Eilbek mit Blick auf die Entwicklung an der Wandsbeker Chaussee untersucht und stellt die Ergebnisse aus dem Dialogverfahren „Impulse für Eilbek“ jetzt beim Wirtschafts- und Verkehrsausschuss vor. Ziel der Untersuchungen war es, nach neuen Ideen zur Gestaltung der stark befahrenen Wandsbeker Chaussee zwischen Brauhausstraße und Wartenau zu suchen und ein Konzept zur Optimierung der zurzeit unbefriedigenden Lage zu finden. Der knapp zwei Kilometer lange Geschäftsbereich „Einkaufsmeile Eilbek“ war in den letzten zehn bis zwanzig Jahren einem starken Wandel unterworfen. „Heute“, so berichtet es Mone Böcker von raum und prozess, „wird die Wandsbeker Chaussee kaum noch als Einkaufsmeile wahrgenommen“.
Zwar gebe es wenig leer stehende Lokale, doch sei die Fluktuation an einigen Abschnitten extrem hoch. „Wir bekommen immer mehr Geschäfte hier in die Straße, die der Nahversorgung nicht mehr dienen“, erklärt Manuel Pinto vom Café Rossio die Lage. Er ist seit über 15 Jahren im Stadtteil und heute schon zu „so einer Art Quartierstreffpunkt geworden“. Viele der Anwohner bedauern das Wegbleiben von kleineren Lebensmittelschäften, Fisch- und Gemüseläden und all den Lokalmietern, die für den alltäglichen Bedarf da waren. „Ich habe nur noch den großen Penny da an der Ampel“, ärgert sich Margot G., die seit 55 Jahren gleich um die Ecke wohnt und die Wandsbeker Chaussee immer als ihre Einkaufsmeile geliebt hatte.

Sechsspurige Straße hat wenig Flair


„Der letzte Gemüseladen ist jetzt auch noch weg“, so die ältere Dame, die nicht mehr gut genug zu Fuß ist, um die gesamten zwei Kilometer der Einkaufsmeile abzulaufen. „Mir bleibt dann nur telefonisch bei den Läden zu bestellen“, bedauert die Rentnerin. Für viele alte Menschen sei das allerdings keine Alternative. Bei geringem Bedarf müsse dennoch eine Mindestbestellung abgenommen werden. Schon deshalb habe man viele Jahre lang für einen Wochenmarkt im Stadtteil gekämpft, allerdings noch kein grünes Licht vom Bezirk bekommen.
Beauftragt für das Standortgutachten wurde Mone Böcker vom Bezirk Wandsbek, wo sie nun auch ihre Erkenntnisse vorstellen wird. Zusammen mit dem Eilbeker Einzelhandel und den Anwohnern hat sie neue Entwicklungsperspektiven für die Wandsbeker Chaussee und das Quartier Eilbek erarbeitet. Kurzes Fazit ihrer Arbeit: Eine stark befahrene sechsspurige Straße ist keine optimale Voraussetzung für gemütliches Einkaufen und ein Stadtteil entwickelt sich immer auch im Zusammenhang mit dem Kaufverhalten der Anwohner. Den ausführlichen Bericht gibt es am Donnerstag im Bezirksamt.

Vorstellung Impulse für Eilbek, Donnerstag, 21. Mai, 18 Uhr, im Bürgersaal Wandsbek, Am Alten Posthaus 4, die Ergebnisse werden anschließend im Internet veröffentlicht
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