Physik als Show

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Ein Schüler des Gymnasiums Oldenfelde beobachtet die Sonnenfinsternis Foto: Glitz

Sonnenfinsternis begeistert die Schüler am Gymnasium Oldenfelde

Von Rainer Glitz
Oldenfelde
„Ich bin überrascht, dass so viele Schüler gekommen sind“, sagt Physiklehrer Michael Riebandt. Der Innenhof des Gymnasiums Oldenfelde ist gegen 10 Uhr 45 gut gefüllt. Schüler halten ihre Foto-Handys in Richtung Sonne, viele tragen eine Spezialbrille und blicken nach oben. Mehrere Teleskope sind aufgebaut. Dann beginnt das Himmelsspektakel. Der Schatten des Mondes schiebt sich langsam vor die Sonne, die am blauen Himmel über dem Schulgebäude steht. Es wird etwas dunkler, so wie am späten Nachmittag, die Temperatur sinkt. „Lass mich auch mal gucken“, ruft eine Schülerin. „Aber nicht direkt in die Sonne sehen“, warnen sie die Lehrer. Stattdessen ist die partielle Sonnenfinsternis gut auf einer weißen Projektionsfläche unter einem Teleskop zu sehen: Eine Sichel bleibt im unteren Bereich übrig, fast 80 Prozent der Sonne ist verdeckt.

Besonderer Unterricht


Wenig später verschwindet der Mondschatten und prompt ziehen Wolken auf. „Wir haben hier in Oldenfelde wirklich Glück gehabt mit dem Wetter, in anderen Stadtteilen war es bedeckt“, freut sich Physiklehrer Uwe Wolter. Er arbeitet auch an der Hamburger Sternwarte und hat den besonderen Physikunterricht mit organisiert. „Wir konnten heute einmal mit Naturwissenschaft Show machen, es hat allen Spaß gemacht“, freut er sich. Vor allem die noch seltenere totale Sonnenfinsternis habe die Wissenschaft schon immer fasziniert, erklärt der Astronom. „Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Expeditionen bis nach Lappland organisiert, um die Corona der Sonne zu beobachten“, so Wolter. Die heutigen Spezialbrillen gab es da noch nicht. „Die letzte totale Sonnenfinsternis in Deutschland habe ich 1999 in Saarbrücken gesehen“, sagt Physiklehrer Michael Riebandt: „Das war so beeindruckend, dass ich dachte, das müssen alle sehen“. Und wie so eine totale Finsternis aussieht, können sich die Gymnasiasten wenig später in der Aula anschauen. Auf einer Leinwand werden Bilder von den Färöer-Inseln per Internet übertragen. Für einige Minuten sieht man den runden Mondschatten, dahinter die leuchtende Corona der Sonne. Die nächste Sonnenfinsternis in Hamburg gibt es übrigens 2021 zu sehen.
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