Politiker für einen Tag

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Die Teilnehmer von „Jugend im Parlament 2013“ im Wandsbeker BürgersaalFoto: rg

Wandsbeker Schüler debattierten über Bezirksthemen

Von Rainer Glitz
Hamburg. Es gibt Kekse und Mineralwasser im Foyer des Bürgersaals, daneben liegt ein Stapel mit der Tagesordnung. Auch Tische und Stühle, Rednerpult und Mikrofone: Alles ist originalgetreu wie bei der „echten“ Bezirksversammlung. Doch die Parlamentarier sind Schüler im Alter zwischen 17 und 21 Jahren. Die meisten der 22 Teilnehmer von „Jugend im Parlament 2013“ kommen von der Otto-Hahn-Schule in Jenfeld.
Wie die Hamburger Politik funktioniert und welche Aufgaben das Bezirksparlament hat, haben Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und der Vorsitzende der Wandsbeker Bezirksversammlung Hans-Joachim Klier den Schülern am ersten Tag erklärt. „Die Jugendlichen haben dann drei Gruppen gebildet, sich Themen ausgesucht und Anträge erarbeitet“, sagt Claudia Petschallies von der Geschäftsstelle des Bezirksparlamentes. Am letzten Tag dann der spannendste Teil: die Debatte im Bürgersaal. Sechs Anträge aus den Bereichen Verkehr, Jugendhilfe und Umwelt/Stadtentwicklung wurden vorbereitet. Es geht um die Parkplatznot vor der Otto-Hahn-Schule, die Kürzungen bei der Jugendhilfe, die menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen, die Umwidmung von Industriebrachen zu Wohngebieten, Straßenbeleuchtung mit Solarenergie in der Jenfelder Au und um die Buslinie 162.
„Die Busse sind besonders morgens überfüllt, viele Fahrgäste werden gar nicht mitgenommen“, begründet ein Schüler seinen Antrag, die Busse häufiger fahren zu lassen. Wie bei der „erwachsenen“ Bezirksversammlung häufig auch, sind sich die Fraktionen im Prinzip einig. Aber der Teufel steckt im Detail, es wird um jede Formulierung gerungen: Soll der Antrag auch für die Linien 262 und E 62 gelten? Entsprechende Änderungen müssen schriftlich beim Präsidium eingereicht werden. Das sind Xavier Wasner von der SPD und Sören Niehaus von der CDU, sonst einfache Bezirksabgeordnete. Immer wieder erklären sie die parlamentarischen Abläufe, aber auch das korrekte Verhalten. „Wer am Rednerpult steht, hat das Wort“, belehren sie die Jugend-Parlamentarier, als die Diskussion zu lebhaft wird. Eine Abstimmung geht 11 zu 11 aus – ein Patt, der Antrag hat damit keine Mehrheit und ist abgelehnt. Nach zwei Stunden ist die Tagesordnung abgearbeitet, es gibt viel Lob für das Engagement und die Disziplin der Schüler. Die Anträge gehen nun an die echten Bezirkspolitiker. „Es war nicht nur eine Spielerei“, sagt Claudia Petschallies.
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