Post SV ist insolvent

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Trauer über „Hiobsbotschaft“ auf Homepage von Traditionsverein. Bau der BMX-Bahn in Gefahr?

Von Rainer Glitz
Farmsen. Als der Verein im Juni 1925 von einer Gruppe sportbegeisterter Postbeamter gegründet wurde, hieß er noch „Sportverein der deutschen Reichspost, telegraphisch-technische Abteilung V“. Erst zwei Jahre später bekam der Verein seinen heutigen Namen und wuchs schnell. Hauptsportarten waren Leichtathletik, Fußball, Handball und Faustball. Der Post SV war erst in der Sengelmannstraße zu Hause, dann in Barmbek. Als die Großsiedlung Steilshoop gebaut wurde, zog der Verein 1971 auf die Fläche
Neusurenland in Farmsen-Berne.
In den 50er-Jahren wurden fünf deutsche Meisterschaften im Faustball der Frauen und eine im Judo errungen. Die Fußballer wurden 1967 deutscher Meister der Postsportvereine, dann ging es stetig bergab. Das gilt auch für die Mitgliederzahl. Der Höchststand lag 1938 bei 2.500, im Jahr 2007 waren es noch 600 und zuletzt dem Vernehmen nach nur noch 350. Nun sprang offenbar ein Hauptsponsor ab – der Post SV musste Insolvenz anmelden. „Eine sehr traurige Nachricht, so viele positive wie negative Erlebnisse werden einfach ausgelöscht. Eine erschütternde Hiobsbotschaft“, heißt es in einem Eintrag im Gästebuch der Vereins-Homepage.
Eine offizielle Stellungnahme des Post SV gibt es nicht.

Pläne sahen gemeinsame Nutzung mit anderen vor

Die Insolvenz könnte weitreichende Folgen für die weitere Nutzung der Sportanlage Neusurenland haben. Denn der Rahmenvertrag mit der Stadt wurde mit dem Post SV geschlossen. Geplant ist der Bau einer BMX-Rad-Bahn auf den verfallenen Tennisplätzen. Die SPD-Bezirksfraktion beschloss, den Neubau mit 60.000 Euro zu fördern, „auch um ein Zeichen für den Stadtteil zu setzen“, wie es hieß. Mittelfristig wollten der
SC Condor, der Farmsener TV
und der TuS Berne die Anlage gemeinsam mit dem Post SV nutzen. Um die Anlage fit für den Schul- und den Breitensport zu machen, sollten die Rasenflächen her-
gerichtet und eine Leichtathletikanlage gebaut werden. „Der Bedarf an Sportplätzen im Stadtteil ist groß. Deshalb sollte die
Fläche des Post SV nicht brach
liegen“, sagt Hans-Otto Schurwanz, Vorsitzender des Bürgervereins Farmsen-Berne. Die drei anderen Vereine hätten weiterhin Interesse an einer Nutzung des Geländes. „Es muss jetzt jemand dringend Geld in die Hand nehmen“, fordert Schurwanz. Der Bezirk Wandsbek könne dies wohl nicht alleine leisten, die Stadt müsse Geld dazu geben. Der Bezirk will sich nicht äußern, es handle sich um ein schwebendes Verfahren.
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1 Kommentar
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Torsten Adams aus Farmsen-Berne | 14.06.2013 | 18:57  
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