Prima Klima auf Hamburger Friedhof

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Die Photovoltaikanlage auf der Kapelle hat seit Inbetriebnahme 2005 gut 65 Tonnen Co2 eingespart und eine Modul-Nennleistung von 15 kWp
 
Friedhofsleiter Matthias Habel rüstet die Flotte des Friedhofs bis 2019 komplett mit Elektrofahrzeugen aus Fotos: Friedhof Rahlstedt

Eigenes Kraftwerk und Photovoltaikanlage: Bundesweit erste klimaneutrale Ruhestätte

Von Mathias Sichting

Im August 2013 zog modernste Technik auf dem ältesten noch betriebenen Gräberfeld Hamburgs ein. Unter der roten Backsteinkapelle, die bereits mit einer modernen Photovoltaikanlage versehen ist, wurde ein mit Gas betriebenes Zuhausekraftwerk eingebaut. 13 Tonnen Kohlenstoffdioxid (Co2) und 1.100 Euro Heizkosten sollten so im Jahr eingespart werden. Der Rahlstedter Friedhof ist Deutschlands erste klimaneutrale Ruhestätte.



Das Wochenblatt hat nachgefragt, wie zufrieden Friedhofsverwalter Matthias Habel mit dem laufenden Betrieb der Anlage ist, welche Macken es gibt und was für Projekte noch geplant sind.
Die im Keller durch das kleine Kraftwerk produzierte Wärme heizt bei Bedarf Büros und die Kapelle. Die umweltfreundliche Anlage liefert außerdem Strom für den 8,5 Hektar großen Friedhof samt Sozialräumen für die 31 Friedhofsmitarbeiter, Gewächshäuser und die Verstorbenenhalle. 20.000 Grabstellen umfasst das Gelände. Der klimaneutrale Friedhof ist ein großes Gesamtkonzept. In diesem ist das Zuhausekraftwerk ein kleiner Baustein.
„Innerhalb von fünf Jahren haben wir unseren direkten Co2-Ausstoß um 50 Prozent gesenkt. Unser Ziel ist es, bis 2020, direkt kein Co2 mehr auszustoßen. Mit einer Photovoltaikanlage auf unserer Kapelle produzieren wir bereits seit Oktober 2005 eigenen Strom. Unsere Abfälle werden fast vollständig in einem geschlossenen Kreislauf wiederverwertet“, so Matthias Habel zum grünen Gesamtkonzept des Friedhofs in Rahlstedt. In der Nordkirche wird der Friedhof laut Habel als leuchtendes Beispiel gesehen, da er das Klimaschutzziel des Kirchenverbundes schon übererfüllt hat.

Positive Resonanz


Die Aktivitäten rund um den Klimaschutz haben in Rahlstedt früh begonnen. Die Resonanz der Friedhofsbesucher ist durchweg positiv. „Oft bekommen wir lobende Worte zu hören. Wir haben inzwischen bezogen auf 2003 74 Prozent Kohlenstoffdioxid eingespart. So erzeugten wir 2013 noch 29 Tonnen Co2. Für 2014 liegt die Prognose bei 16 Tonnen. Unsere Photovoltaikanlage hat seit ihrer Inbetriebnahme Ende 2005 65 Tonnen Co2 eingespart“, so der Friedhofsleiter zufrieden. Auch finanziell wirkt sich die Umrüstung der Friedhofsanlage positiv aus. Die Einsparung liegt derzeit bei 1.100 Euro pro Jahr. „Wobei hier noch nicht berücksichtigt wurde, dass wir 2015 spätestens eine Neue Heizung gebraucht hätten. Würden diese Kosten einer neue Heizung mit eingerechnet, sparen wir sogar pro Jahr 2.000 Euro“, so Habel. „Da wir unter dem Strich kaum mehr für den Klimaschutz ausgeben und das Echo so positiv ist, sind wir sehr zufrieden und auch ein bisschen Stolz auf unseren Erfolg.“ Getrübt wird dieser lediglich durch einige Störungen im Betrieb des Zuhausekraftwerks. „Die Erfahrungen sind durchwachsen. Es gab im ersten Jahr leider häufig Störungen. In den vergangenen zwei Monaten lief das Kraftwerk einwandfrei.“

Die klimafreundlichen Planungen für die Zukunft des Friedhofs laufen langfristig weiter. Spätestens ab dem 1. Januar 2019 dürfen laut demnächst gültiger Friedhofssatzung keine Verbrennungsmotoren mehr auf dem Gelände fahren.
„Wir werden bis dahin unsere Flotte komplett auf Elektrofahrzeuge umrüsten“, blickt Habel voraus. Auch hier nimmt das Team des Rahlstedter Friedhofs eine Vorreiterrolle ein. Derzeit fahren schon neun von zwölf Fahrzeugen mit Strom. „Ein sorgsamer Umgang mit den Ressourcen ist für uns selbstverständlich.“
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