Pro und contra Fahrrad

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Das Wochenblatt berichtete im Januar über die Pläne

Anhörung zum Radverkehrskonzept. Walddörferstraße weiter umstritten

Von Rainer Glitz
Wandsbek „Das große Interesse zeigt, dass es richtig war, diese Anhörung durchzuführen“, begrüßte Franziska Hoppermann, Vorsitzende des Verkehrsausschusses, die Gäste im vollbesetzten Bürgersaal. Anwohner, Gewerbetreibende, Radfahrer und Autofahrer diskutierten heiß über ganze 2,1 Kilometer der Walddörferstraße.


Zwischen Stephanstraße und Berner Heerweg könnte eine Fahrradstraße entstehen, so die Idee der Agentur Argus. „Auch Radfahrer brauchen öffentlichen Raum“, erläuterte Thorsten Hohenstein vom Bezirksamt Wandsbek. Aber: Das Konzept sei nicht in Stein gemeißelt, sondern eine Ideensammlung.

Frank Pohlmeyer von der Innenbehörde beleuchtete die rechtlichen Aspekte einer möglichen Fahrradstraße. Die dürfe streng genommen nur auf Nebenstraßen genehmigt werden, die Walddörferstraße sei aber eine Sammelstraße für den Stadtteil. Die neue Buslinie 116 werde sehr positiv angenommen. Bei dem dann vorgeschriebenen Tempo 30 sehe er Probleme. Die Fahrzeit der 116 würde um 15 Prozent zunehmen, legte Axel Armbruster von der Hamburger Hochbahn nach. Sein Unternehmen habe keinerlei Erfahrung mit einer solchen Straßennutzung durch Busse und Radfahrer. „Ich wünschte mir den Versuch lieber an anderer Stelle“, so Armbruster. „Wir sind für die Förderung des Radverkehrs, aber die Fahrradstraße ist keine gute Idee“, betonte Oliver Siebrandt von der Handelskammer. Die ansässigen 250 Unternehmen müssten erreichbar sein. Besser sei es, vorhandene Radwege auszubauen und mit Schutzstreifen zu ergänzen.

„Das Konzept ist mangelhaft, es würde nur die Radfahrersicht berücksichtigt“, kritisierte Jens Kürsten von der Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden. Er warb erneut dafür, den Wandsewanderweg auszubauen. 2.000 Unterschriften dafür und gegen die Fahrradstraße habe die IG bereits gesammelt. „Auch Radfahrer sind gute Kunden. Eine Fahrradstraße wäre kein Weltuntergang“, konterte Ulf Dietze vom ADFC. Sinnvoll oder hinausgeworfenes Geld? Was würde in den Nebenstraßen passieren? Wie hoch sind die Kosten und wie viele Radfahrer würden die Fahrradstraße nutzen? Immer neue Fragen und Diskussionsbeiträge kamen aus dem Publikum. Nur über eines war man sich einig: Es muss etwas passieren in der Walddörferstraße.
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1 Kommentar
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J. Stender aus Wandsbek | 28.04.2016 | 14:34  
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