„Projekt Eisvogel“ an der Osterbek

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Buddeln für eine intakte Natur: Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (l.) und NABU-Geschäftsführer Tobias Hinsch Foto: Hertel

Vom schnurgeraden Kanal zum naturnahen Bach

Von Michael Hertel
Farmsen/Bramfeld
Wie man ein Froschkonzert organisiert, wissen die Leute vom Naturschutzbund „NABU“ genau: Man sucht sich eine geeignete Stelle an einem begradigten Gewässer, modelliert mit einem Bagger naturnahe Mäander (Bögen) und Uferzonen und lässt dann die Natur ihres Amtes walten.
So geschehen gerade an der Osterbek auf der Grenze zwischen Farmsen und Bramfeld. Für rund 100.000 Euro wurde dort in nur vier Wochen Arbeit auf rund 100 Metern der zuvor schnurgerade (und langweilige) Entwässerungskanal mit Hilfe von Kies, Geröll und Holz in einen naturnahen, spannenden Bach verwandelt. Beim Durchstich zum neuen Bachbett mit dabei war auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff: „Hier haben wir das Geld im Wasser versenkt“, scherzte er, um anschließend festzustellen: „Mit dieser Maßnahme holen wir ein Stück Natur zurück und tun auch etwas für den Hochwasserschutz.“ Genügend Aufgaben gebe es allenthalben mit mehr als 400 Kilometern Fließgewässern allein im Bezirk Wandsbek. Und die müssen eigentlich laut Tobias Hinsch, Geschäftsführer des NABU Hamburg, nach entsprechenden EU-Vorgaben bis 2015 in einen „guten ökologischen Zustand“ versetzt werden. Das sei allerdings nicht mehr zu schaffen, hieß es vor Ort.

Tiere erwartet


Und so geht es weiter an der Osterbek: „Im Moment sieht das noch nach Baustelle aus. Aber die Natur holt sich das Terrain schnell zurück, und bald wird hier die Zahl der Amphibien explodieren“, verspricht der Projektleiter, NABU-Referent Andreas Lampe (45). Beim „Projekt Eisvogel“ soll aber neben Fröschen, Kröten, Molchen und Insekten letztlich auch der seltene blauschimmernde Vogel wieder an der Osterbek angesiedelt werden, hoffen die Naturschützer. Lampe: „An der Seebek haben wir das schon geschafft.“
Mit Bach-Aktionstagen (rund 100 Einsätze mit 2.500 ehrenamtlichen Helfern an 27 Kleingewässern in den letzten neun Jahren), Bachpatenschaften und dem Programm „Lebendige Alster“ versucht der 1907 gegründete NABU-Landesverband schon seit Jahrzehnten, Fließgewässern in und um Hamburg in Sachen Natur auf die Sprünge zu helfen – so auch an der Osterbek. Dieses bislang größte Osterbek-Projekt wurde dank der „guten Zusammenarbeit zwischen Bezirksamt und NABU“ (Ritzenhoff) durch Mittel aus dem Sondervermögen Naturschutz und Landschaftspflege, der Georg & Jürgen Rickertsen Stiftung und des NABU gestemmt, soll aber, so NABU-Geschäftsführer Tobias Hinsch, „nicht das letzte an diesem Gewässer“ gewesen sein. Übrigens: Anwohner profitieren ganz praktisch von dem Projekt, denn der Osterbek-Wanderweg führt direkt an dem bald ansehnlichen neuen Stück Natur entlang.
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