Protest gegen „Turmbau zu Barmbek“

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2015 will die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) am Barmbeker Bahnhof einziehen. Ein mehrstöckiges Gebäude ist geplant, ergänzt durch einen 56 Meter hohen Turmbau Illu: ECE/wb
 
Markus Pöstinger, Melanie Mayer, Andreas Bischoff und Sebastian Seeger haben ein Bürgerbegehren gegen den „Turmbau zu Barmbek“ angemeldet Foto: Burmeister

Initiative meldet Bürgerbegehren gegen 15-stöckigen Büroturm an

Von Britta Burmeister
Barmbek. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Während das Bezirksamt dabei ist, den Bebauungsplan Barmbek-Nord 17 zur Feststellungsreife zu bringen und die Estatement Immobilienwicklung zusammen mit der ECE Projektmanagement GmbH die Planungen für die neue Zentrale der Verwaltungsberufsgenossenschaft VBG vorantreibt, sammeln Andreas Bischoff, Melanie Mayer, Markus Pöstinger und Sebastian Seeger Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen den „Turmbau zu Barmbek“.

Ihr Protest richtet sich gegen den Büroturm, der auf dem Grundstück des ehemaligen Busbahnhofes entstehen soll. Auf insgesamt 15 Stockwerken sind 24.900 Quadratmeter Bürofläche vorgesehen. Spätestens 2015 sollen die rund 600 Mitarbeiter der VBG in das neue Quartier umziehen.
„Der Sanierungsbeirat hat sich jahrelang dafür eingesetzt, dass auf der Fläche am Bahnhof eine gesunde Mischung aus Wohnraum, Büroflächen, Einzelhandelsflächen und Kulturangebot verwirklicht wird, um die Fuhle zu beleben“, so die Vertrauensleute der Initiative. „Diese mit Bürgern entwickelten Pläne werden nun einfach übergangen. Hier entsteht ein überdimensionierter Wunschlos-glücklich-Bau, dessen Nutzer morgens kommen und abends wieder gehen. Eine Belebung des Stadtteils entsteht dadurch nicht. Eher im Gegenteil: An den Wochenenden wird es hier so ausgestorben sein wie in der City-Nord.“
Die Projektentwickler dagegen werben mit der Aufenthaltsqualität im Umfeld des neuen Gebäudes: So werden im Erdgeschoss des VBG-Gebäudes Flächen für Einzelhandel und Gastronomie eingerichtet. Zwischen dem Bürogebäude und dem Neubau auf dem heutigen Hertie-Gelände, der zur Zeit von der Firma Development Partners geplant wird, ist eine 13 Meter breite Fußgängerpassage vorgesehen, die sich im Süden ausweitet und auch Raum für Außengastronomie bietet.
Geht es nach dem Willen der Investoren, soll noch im vierten Quartal 2013 mit dem Aushub der Baugrube begonnen werden (das WochenBlatt berichtete). Das am 5. Juni beim Bezirksamt angemeldete Bürgerbegehren könnte diesen Zeitplan empfindlich stören. Gelingt es der Initiative, bis Anfang Dezember mindestens drei Prozent aller im Bezirk Hamburg-Nord gemeldeten wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger von ihrem Anliegen zu überzeugen, muss das Bezirksamt einen Bürger-
entscheid durchführen und über die Fragestellung abstimmen lassen. Nach Abgabe von einem Drittel der geforderten 6792 Unterschriften legt das Bezirksamt Unterschriftenlisten in Ortsämtern und Ortsdienststellen aus. Außerdem tritt eine Schutzwirkung in Kraft, die es den Bezirksorganen drei Monate lang verbietet, Entscheidungen zu treffen, die dem Bürgerbegehren entgegen stehen. Kommt das Bürgerbegehren zustande, hat die Bezirksversammlung verschiedene Handlungsspielräume: Sie kann das Bürgerbegehren komplett übernehmen und auf den Bürgerentscheid verzichten. Sie kann einen Kompromiss mit der Initiative aushandeln, der den Bürgerentscheid hinfällig macht. Oder sie kann eine Konkurrenzvorlage mit zur Abstimmung stellen.
Die Initiative ist künftig regelmäßig mit Informationsständen im Stadtteil vertreten. Infos und Unterschriftenlisten gibt es unter www.turmbau-zu-barmbek.de
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