Protest in Oldenfelde

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Hans Schuy (l.) und Gert Haushalter ärgern sich darüber, dass manchmal für eine Straße unterschiedliche Bebauungspläne gelten können. „Das kann ein Laie nicht begreifen!“ Fotos: hbz
 
(v. l.) Gert Haushalter, Hans Schuy, Renate Kruse, Wilhelm Neidl und Heinz Brinkmann befürchten, dass Neubauten den Charakter Oldenfeldes zerstören.

Bebauungspläne sorgen für Unmut bei vielen Bürgern

Von Hubert Bätz
Oldenfelde. Noch prägen rot geklinkerte Einfamilienhäuser den Rahlstedter Ortsteil Oldenfelde. Jedoch wachsen seit einiger Zeit immer öfter Mehrfamilienhäuser in massiver Bauweise in die Höhe. Dass gefällt einigen alt eingesessenen Oldenfelder gar nicht. Sie wandten sich an den Bürgerverein Oldenfelde, damit der Verein sie bei ihrer Kritik gegenüber der Politik und Wandsbeker Bezirksverwaltung unterstützt. „Wir teilen das Unbehagen“, sagt Vereinsvorsitzender Hans Schuy. Zusammen mit Vereinsmitglied Gert Haushalter, Redakteur hatte er vor kurzem einen öffentlichen Diskussionsabend organisiert und dazu den Leiter des Fachamtes für Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Wandsbek, Timo Weedermann-Korte,
eingeladen.
Vor 80 Bürgern erklärte Weedermann-Korte, dass es für Oldenfelde aus geschichtlichen Gründen keinen flächendeckender Bebauungsplan gibt. Weedermann-Korte: „Hier muss man optisch „Alt-Oldenfelde“, das heißt westlich der Bahn Hamburg-Lübeck bis zur Bargteheider Straße und das Gebiet um den Delingsdorfer Weg, von „Oldenfelde-Siedlung“ trennen“. In der Siedlung Oldenfelde durften früher nur Einfamilienhäuser mit allenfalls zwei Wohnungen gebaut werden.

Baustufenplan

Für den überwiegenden Teil Oldenfeldes gab es nach Auskunft des Bürgervereins bis in die 80er Jahre keine Bebauungspläne. Stattdessen galt hier der so genannte Baustufenplan. Dieser hat manchmal sogar noch heute Gültigkeit.
Während beim Baustufenplan Bauherren relativ frei ihre Vorstellungen umsetzen können, ist dies bei den Oldenfelder Bebauungspläne 92-96 und 110-112, die der Bürgerverein Oldenfelde 1992 nach der Aufhebung der bis in die Achtzigerjahre gültigen 2-Wohnungsklausel erreichte, nicht so. Hier legen Bebauungspläne genau fest, wie gebaut werden darf. Danach können eingeschossige Einzelhäuser mit einer Dachneigung von mehr als 30 Grad für ein oder zwei Familien parallel zur Straße und - außer im Bereich der Pläne 95 und 96 - ein Einfamilienhaus im Abstand von 25 Metern in hinterer Bebauung entstehen.

Das Dilemma

Und damit kommt man zum heutigen Dilemma. Im Gebiet des Baustufenplanes können großflächige Neubauten wie an der Arnswalder Straße oder das im Moment im Bau befindliche Gebäude am Redderblock entstehen. Bei einer Ortsbesichtigung am Redderblock erklärte der Anwohner Heinz Brinkmann dazu: „Ich und viele meiner Nachbarn sind entsetzt über die jetzt mögliche Bebauung in Oldenfelde. Der neue Bau hier im Redderblock und das kürzlich fertig gestellte Gebäude in der Arnswalder Straße passen optisch wegen ihrer Größe und Bauweise nicht hier her. Ich verstehe zwar, dass man Wohnraum braucht, aber es sollte schon in die Umgebung passen.“ Fazit der beiden Vertreter des Bürgervereins Oldenfelde: „Die geltenden Bebauungspläne für Oldenfelde sind relativ eng gefasst sind. Noch vorhandene Baustufenpläne (z.B. am Farmsener Zoll) erlauben mehr Freiheiten. Das ist unbefriedigend; eine Änderung ist jedoch nur möglich, wenn der Bezirk neue Bebauungspläne erstellt, so wie es derzeit für Alt-Oldenfelde und Teile Rahlstedts mit dem Bebauungsplan 127 vorgesehen ist.“
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