Proteste: „Osterbek-Brücke nicht zerstören“

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Wolfgang Limmer mit Hund Paul auf der Osterbek-Brücke, die abgerissen werden soll Foto: tel

Bezirksamt Wandsbek soll zunächst ein neues Konzept erarbeiten

Von Michael Hertel
Farmsen-Berne
„Zur Not lege ich selbst Hand an. Nur das Material bezahle ich nicht“, erklärte Wolfgang Limmer (68) den leicht verdutzten Mitgliedern des Regionalausschusses. Der Farmsener Pensionär hatte sich in der Bürgerfragestunde über die Pläne des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beschwert, die hölzerne Fußgängerbrücke über die Osterbek südlich der Straße Am Luisenhof abzureißen (das Wochenblatt berichtete). Die Brücke verbindet über die Grünanlage die Ortsteile Farmsen und Bramfeld miteinander. Limmer: „Ich habe sie mir genau angeschaut. Die Unterkonstruktion ist noch in Ordnung“, erklärte der ehemalige Mitarbeiter der Stadtentwässerung. Als Vorbild dient Limmer eine weitere Farmsener Fußgängerbrücke am Barmwisch, zwischen Turnierstieg und Bengelsdorfstraße, die vor Monaten saniert wurde. Freilich erst nach Intervention des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Jens Schwieger (66), der benachbarte Wohnungsgenossenschaften in Sachen Sanierungskosten mit ins Boot holte. Diese Lösung ist freilich nicht überall möglich. Limmer: „Ich wohne hier seit über 20 Jahren. An der Brücke ist nie etwas gemacht worden. Regelmäßiges Streichen mit Holzschutzmittel hätte wahrscheinlich genügt.“ Und weiter: „Diese Brücken sind einst mit Steuergeldern errichtet worden. Die gehören aus meiner Sicht zum Volksvermögen und dürfen nicht so einfach zerstört werden.“ Limmer hat sich inzwischen mit „Brückenretter“ Jens Schwiegergetroffen. Der Bürgerschaftsabgeordnete: „Aus meiner Sicht sind fünf Bohlen und ein Handlauf beschädigt. Das Bezirksamt sollte mit dem Abriss warten, damit wir eine andere Lösung finden.“ Das Bezirksamt allerdings stuft die „verkehrliche Bedeutung der Brücke als sehr gering“ ein – ein Umweg von bis zu 150 Meter sei Spaziergängern zumutbar. Limmer regte gegenüber dem Regionalausschuss an, mit der Brückensanierung gleich noch ein Konzept für die Grünfläche rund um das Osterbek-Rückhaltebecken zu erarbeiten: „Das ist einfach eine schöne Ecke. Da gehören auch wieder Bänke hin.“ Genauso sah es auch der Ausschuss und verabschiedete einstimmig eine entsprechende Resolution.

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