Protestwoche

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Mit Trommeln und selbst gefertigten Transparenten zeigten Kinder, Jugendliche und Sozialarbeiter am Wandsbeker Markt, dass sie keine Kürzungen wollen.Foto: Bätz

Auch Wandsbeks Jugendeinrichtungen machten mobil

Von Hubert Bätz
Wandsbek. Bei der Mehrzahl von Hamburgs Jugendeinrichtungen und sozialen Institutionen gärt es. Denn 3,5 Millionen Euro (10,3 Prozent) des bisherigen Etats will der Senat bei den freien Trägern der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Jugendsozialarbeit einsparen. Das sieht der Entwurf des Hamburger Haushaltes für 2013/14 vor. Weitere gut drei Millionen sollen außerdem bei der Suchtprävention, der Jugendberatung sowie bei der Integration von Zuwanderern und Arbeitslosen wegfallen. Allein für den Bezirk Wandsbek sollen die Mittel von derzeit 5,8 Millionen Euro um 585 000 Euro sinken. Das wollen besonders die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit nicht so hinnehmen. Wandsbeks Sozialpädagogen und Straßensozialarbeiter sowie Jugendliche nahmen daher an der Hamburgweiten Protestwoche teil.
Wandsbek steht noch
ganz gut da
Dabei steht im Augenblick die Jugendarbeit in Wandsbek noch besser da, als in vielen übrigen Hamburger Bezirken. Nicht zuletzt deshalb, weil Wandsbeks Jugendpolitiker Parteiübergreifend die Politik des Sozialsenators Detlef Scheele unterlaufen haben. Die Bezirkskoalition aus SPD und Grüne hat im Konsens mit den übrigen Parteien im laufenden Jahr 600 000 Euro zurückgehalten, um damit im Etat 2013/14 umschichten zu können. Daher wird keine Einrichtung in Wandsbek schließen müssen, dies auch, weil laufende Projekte an die neuen Anforderungen der Behörde angepasst wurden, und dort, wo das nicht klappt aus dieser Rücklage finanziert werden. Der Senat will umsteuern von der Offenen Kinder-und Jugendarbeit (OKJ) zum Konzept der neuen sozialräumlichen Hilfen und Angebote“ (SHA). Wandsbeks Jugendpolitiker und die Beschäftigten in den Jugendeinrichtungen gehen gegen diese Pläne auf die Barrikaden. Sie sehen gravierende System-Unterschiede. „Die offene Kinder- und Jugendarbeit hat zwischen 15 und 21 Uhr ihren Schwerpunkt, Ganztagsschulen enden meist aber schon um 16 Uhr“, so Jörn Stronkowski vom Rahlstedter Startloch. Auch Oliver Klädke vom Jenfelder Bauspielplatz „Gleiwitzer Bogen“ begrüßt, dass mit Hilfe der Wandsbeker Bezirkspolitiker keine Wandsbeker Jugendeinrichtung dicht machen muss. Dennoch gebe es viel zu tun, denn manche Kürzungen laufen kaum erkennbar ab. Bisher wurden Tarifsteigerungen für Festangestellte immer berücksichtigt, künftig will der Senat aber diese bei uns Festangestellten nicht mehr extra im Etat ausweisen. Stronkowski: „Eine versteckte Kürzung.“
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