Rahlstedt will sein Image verbessern

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Durch mehr PR soll sich das Image von Rahlstedt verbessern und mehr Menschen anlocken: Dies wurde als eine der Hauptaufgaben für einen möglichen Wirtschaftsclub genannt Foto: sta

Unternehmer planen Wirtschaftsclub und diskutieren auf Info-Abend

Rahlstedt Egal, ob ihr geplanter Wirtschaftsclub Realität wird oder nicht: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke und der pensionierte Oberregierungsrat der Wirtschaftsbehörde, Jochen Fahrenkrug, haben mit ihrem Vorstoß auf jeden Fall den Nerv vieler Rahlstedter Unternehmer und engagierter Bürger getroffen. Beim zweiten Vorbereitungstreffen der Club-Gründung wurde zwei Stunden lang intensiv über Probleme und mögliche neue Wege für Rahlstedts Zukunft diskutiert. Die Runde war deutlich kleiner als im Frühjahr. Kamen damals 100 Interessierte, waren es diesmal etwa 35 Gäste in der Parkresidenz Rahlstedt. Dabei unter anderem Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff, AMTV-Chef Peter Slama, Manager Markus Czerwionka vom Rahlstedt Center, Christian Dolberg (Netzwerk Dolberg & Partner) sowie Vertreter der Handelskammer und des Handelsverbandes Nord. Jürgen Klimke spannte noch einmal den Bogen zur Ausgangslage: Rahlstedt habe strukturelle Schwächen, das beginne bei fehlenden Angeboten wie Kino oder Kneipenszene oder der Ödnis nach 18 Uhr in der Schweriner und Bahnhofstraße. Nötig sei ein „technologiebasierter Wandel“, man müsse den Hamburger Osten nach vorne bringen. Die länderübergreifenden Gewerbegebiete Stapelfeld, Minerva- und Victoria-Park seien Schritte in die richtige Richtung. Die potenziellen Club-Gründer hätten seit Frühjahr viele Gespräche geführt, es gebe vielfache Fördermöglichkeiten für Projekte. Die Helmut-Schmidt-Universität hält eine Studie zum Wirtschaftsstandort Rahlstedt für denkbar, das Bezirksamt und örtliche Netzwerke stünden der Club-Initiative positiv gegenüber. Allerdings: Mit den in Rahlstedts Wirtschaft maßgeblich Aktiven von der Interessengemeinschaft Ortskern Rahlstedt und Dolberg & Partner gibt es noch keine Gesprächsergebnisse, was ein gemeinsames Wirken betrifft. Christian Dolberg forderte „Aufbruchstimmung statt Klein-Klein“. Sie könne eventuell durch einen Wirtschaftsclub geschaffen werden. Rahlstedt fehle das „Wir-Gefühl“; einen Ortskern, in dem man sich gerne aufhalte – vorbildhaft wurde Volksdorf genannt – habe Rahlstedt nicht (mehr). Moderiert durch Heiner Schote von der Handelskammer schlugen die Teilnehmer eine ganze Reihe von Zielen und Aufgaben für ein stärkeres Rahlstedt vor. Als wesentlich wird dabei eine bessere Außendarstellung von Rahlstedt durch PR und Marketing gesehen, außerdem eine stärkere Einbindung der (Sport)vereine oder ein Leuchtturmprojekt für mehr Anziehungskraft. Club-Initiator Fahrenkrug schlug die Ausrichtung von Jugend-Sportwettbewerben auf (inter)nationaler Ebene vor; die Handelskammer verweist in diesem Zusammenhang auf das Städtepartnerschaftsjubiläum Hamburg-St. Petersburg im nächsten Jahr.
Wird nun der Wirtschaftsclub Rahlstedt gegründet oder nicht? Center-Manager Czerwionka sieht in der enormen inhaltlichen Spreizung der Themen noch Klärungsbedarf: „Was ist die Zielsetzung des Clubs?“, fragte er. „Ist er eine Organisation von Gewerbetreibenden, ein Verbund für allgemeine Aufgaben in Rahlstedt, Stichwort Ortskern, oder ein Marketing-Instrument?“ Über Rechtsform und Finanzierung des Clubs soll bis nach der Sommerpause ein Gründungspräsidium beraten. (sta)

Kommentar: Reden über Rahlstedt


Er würde mal Christo anrufen, ob er die Alt-Rahlstedter Kirche einpacken könne, witzelte Jürgen Klimke mit Blick auf ein mögliches Projekt mit „Wow“-Effekt in Rahlstedt. Künstler Christo hatte kürzlich in Italien schwimmende Stege im Iseo-See inszeniert. Hunderttausende wollten das Projekt sehen und begehen. Groß denken schadet nicht. Doch es geht vielleicht auch eine Nummer kleiner, um Rahlstedt mehr Aufmerksamkeit zu bringen und die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Stärken analysieren und kräftig drüber reden: Damit wäre schon viel gewonnen. Als Beispiel wurde in der Parkresidenz das exzellente Haus der Wilden Weiden genannt , das offenbar nicht einmal ein aussagekräftiges Hinweisschild an der Hauptstraße hat. Mit Eigen-Marketing auf vielen Kanälen – emotional, modern und vielleicht auch mal ein bisschen verrückt – könnte Rahlstedt verdientermaßen größer rauskommen als bisher. Wenn alle an einem Strang ziehen. (Silvia Stammer)
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.07.2016 | 13:38  
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