Rahlstedter Erstaufnahme ist eröffnet

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Gerade genug Platz zum Schlafen in den Zimmern Foto: Glitz

130 Bewohner im Gewerbegebiet Neuer Höltigbaum eingezogen

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Rund 70 Anwohner und Mitarbeiter der umliegenden Betriebe des Gewerbegebietes Neuer Höltigbaum sind zum „Nachmittag der offenen Tür“ in die neue Unterkunft gekommen. In Gruppen führen die Malteser sie über das Gelände. In den vier großen Wohnblöcken, die aus verkleideten Containern zusammengesetzt sind, sollen 560 Flüchtlinge wohnen. Das sind deutlich weniger, als eigentlich möglich wäre. Und das führt dazu, dass statt vier nur zwei bis drei Menschen in jedem Zimmer untergebracht werden. Zwei Doppelbetten, vier Stühle, ein Tisch, ein Spind. So sehen alle Zimmer aus, es ist eng. „Das ist kein Luxus, aber ein Dach über dem Kopf“, sagt Olaf Stolze, Leiter der Einrichtung. Um Probleme zu vermeiden, werden Familien und allein reisende Männer getrennt untergebracht.

Zwei Kantinen


Zwei Kantinen stehen den Bewohnern zur Verfügung, dazu ein Freizeitbereich. Kicker, Billardtisch und einen großen Fernseher mit Satellitenempfang gibt es hier. „Das sind alles Spenden, wir würden uns über weitere Spiele sehr freuen“, sagt Olaf Stolze. Für die Kleinsten haben die Malteser eine halboffene Kinderbetreuung eingerichtet. „Alles soll noch bunter und kindgerechter werden“, kündigt Stolze an. Spielzeug und Stühle im Mini-Format gibt es schon. Die Familien haben die freie Wahl, die Kinder in die Betreuung zu geben oder auch nicht. Pflicht hingegen ist der Besuch der Schule. Drei Klassenräume gibt es, die Schultafel liegt allerdings noch im Flur. Ab November sollen die Kinder sprachübergreifend Deutsch lernen und auf die „richtige“ Schule vorbereitet werden.

Zentrale Anlaufstelle


Wichtig für die Integration ist Arbeit, und eine Möglichkeit für die Bewohner besteht in der Wäscherei. Mit den modernen Maschinen waschen Teams für alle. „Es spielt keine Rolle, wer für wen wäscht“, erläutert Einrichtungsleiter Olaf Stolze.
Nebenan liegt die Kleiderkammer. „Die Sachen stammen vor allem aus den Malteser-Container, wir nehmen aber auch private Spenden an“, sagt Susanne Behem-Loeffler, die den Einsatz der Ehrenamtlichen in der Unterkunft koordiniert. Zentraler Anlaufpunkt für alle möglichen Probleme die entstehen können ist der „Infopoint“. Hier bekommen die Flüchtlinge ohne Anmeldung Hilfe.

Entspannung erwartet


Das Medizinische Zentrum bietet entsprechende Versorgung, eine Apotheke wird noch eingerichtet. „Es ist eine schöne Anlage geworden“, sagt Holger Poser vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge. Die Rahlstedter Erstaufnahme soll bis Ende 2019 in Betrieb sein. „Vermutlich werden wir auch nicht länger bleiben müssen“, so Poser. Er erwartet eine Entspannung bei den Erstaufnahmen, wenn demnächst mehr Folgeunterkünfte fertig werden.

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