Rahlstedter Schwimmer atmen auf

Anzeige
Das Rahlstedter Freibad soll noch mindestens drei Jahre geöffnet bleiben Foto: rg

Bäderland: Freibad bleibt bis 2019 offen, Hallenbad bekommt mehr Fläche

Von Rainer Glitz
Rahlstedt
Es waren deutlich mehr interessierte Bürger zur Sitzung des Regionalausschusses Rahlstedt gekommen als sonst. Denn es ging um ein heiß diskutiertes Thema: Die Zukunft des Rahlstedter Freibades. „Wir mussten auf alle Standorte gucken, das soziale Umfeld beachten und mit vielen Akteuren sprechen“, erläuterte Andreas Brinckmann von Bäderland. „Leider sind wir dabei nicht so schnell vorangekommen wie geplant“. Die Freibadsaison in Rahlstedt sei in einem typisch hamburgischen Sommer mit 18.000 Besuchern eher mäßig ausgefallen. Im Durchschnitt der letzten Jahre seien es 25.000 Gäste gewesen. Kein Vergleich aber zu den 70er-Jahren mit bis zu 220.000 Besuchern. „Die großen Zeiten der Freibäder sind leider vorbei“, analysierte Brinckmann.

Freibad nicht mehr zeitgemäß

„Freibäder haben bundesweit ihre Bedeutung als Freizeiteinrichtung und Treffpunkt verloren“, so der Bäderland-Experte. In Rahlstedt müsse mittlerweile jeder Gast mit 3,85 Euro bezuschusst werden. Teure Investitionen seien wirtschaftlich nicht vertretbar, da die niedrigen Eintrittspreise bleiben sollen. „Ein Dilemma“, so Brinckmann. Die gesamte Infrastruktur im Freibad sei nicht mehr zeitgemäß. Das gelte auch für das Hallenbad in der Scharbeutzer Straße – noch. Denn die ersten Arbeiten für eine umfangreiche Sanierung und Erweiterung des 1972 eröffneten Bades haben bereits begonnen. Es wird eine zusätzliche Trainingshalle mit Hubboden gebaut, Eingangsbereich und Vorplatz werden neu gestaltet. Das bestehende Bad bekommt eine aufwändige Betonsanierung und wird deshalb ab den Sommerferien 2017 für sieben Monate geschlossen.
Bäderland plant aber auch ein beheiztes Außenschwimmbecken mit Wasserspielbereich und Liegeflächen. Dafür müsste allerdings Fläche dazu gekauft werden und der bestehende Bauspielplatz einen Ersatzstandort bekommen. Die Verhandlungen dafür laufen laut Andreas Brinckmann gerade. „Wir bekommen insgesamt doppelt so viel Wasserfläche und mehr Schwimmzeiten“, versprach der Bäderland-Experte. Dies werde auch Schulen und Sportvereinen zu Gute kommen.

Betrieb bis 2019

Der Betrieb des Freibades gehe weiter, mindestens bis 2019, so Brinckmann auf Nachfrage von Bürgern und Abgeordneten. Eine Garantie für zehn Jahre könne er aber nicht geben, das sei letztlich eine politische Frage. Die Preise im modernisierten Hallenbad sollen nicht steigen. Die CDU kritisierte, es werde nur Standard wieder hergestellt, ohne Highlights. Und die Aufwertung des Hallenbades mache einen Verlust des Freibades nicht wett.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige