Rahlstedts „East-Side-Gallery“

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Graffiti-Künstler Oliver „Davis“ Nebel, der gleichzeitig Dozent an der Hamburger Hip-Hop Akademy ist, unterstützte das Projekt der Rahlstedter Schüler.Foto: hbz

Kunstvolle Graffitis zieren jetzt die Lärmschutzwände

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Das eintönige Grau der Lärmschutzwände am Doberaner Weg und Schrankenweg ist Vergangenheit. Knallbunte Graffiti erfreuen stattdessen das Auge des Betrachters. Die Schüler der Stadtteil- und Kulturschule Altrahlstedt haben ihrem Namen alle Ehre. Drei Wochen lang haben sich rund 50 Neunt-, Zehnt- und Zwölftklässler „ausgetobt“, haben unter Leitung von Kunstlehrerin Anja Heiligtag und Graffiti-Künstler Oliver Davis Nebel Szenen vom Rahlstedter Wochenmarkt und markante Rahlstedter Bauwerke auf den fünf Wänden verewigt. Oberstufenschüler der Stadtteilschule Oldenfelde waren auch dabei. Man sieht hier, die Schüler haben bei ihren Vorarbeiten, zum Beispiel beim Projekt „Rahlstedt: Gestalten!” des KulturWerk Rahlstedt und den vielen Skizzen ihrer Motive, die sie an die Wände bringen sollten, viel gelernt. Mitte vergangener Woche wurden die Kunstwerke offiziell eingeweiht. Claus-Peter Schmidt, der Vorsitzende des Vereins Lärmschutz Rahlstedt und Ideengeber für die Graffiti-Aktion, war rundum begeistert. „Uns gefällt das, wir können uns vorstellen, dass auch die übrigen grauen Wände noch mit weiteren an Rahlstedt orientierten Motiven bemalt werden. Dann haben wir eine Rahlstedt „East-Side-Gallery“.

Rahlstedts Kunstmeile

Er spielte damit auf die weltbekannte Freiluft-Kunstgalerie in Berlin an, die nach der Wiedervereinigung 1990 auf einer Länge von 1,3 Kilometern entstanden war. Auch der Sprecher der Deutschen Bahn, Egbert Meyer-Lovis, war sichtlich angetan von der Leistung der Schüler. „Das ist doch viel schöner, als die wilden Schmierereien. Ich könnte mir vorstellen, künftig häufiger derartige Projekte zu unterstützen.“
Rund 50 Millionen Euro Schaden jährlich entstehen nach Angaben der Deutschen Bahn durch Schmierereien an Zügen und Bahnanlagen und Sachbeschädigungen in den Zügen. Auch in Rahlstedt zieren Graffiti die neue Schallschutzwände. Die Bahn hatte daher die Anregung der Rahlstedter Lärmschutzinitiative gerne aufgegriffen, um den wilden Graffitis ein Ende zu setzen.

Viel Unterstützung

Diplom-Ingenieur Frank Limprecht, der bei der DB-AG für die Lärmschutzwände in Rahlstedt verantwortlich ist, und die Konzernbevollmächtigte für Nordeutschland, Ute Plambeck, hatten dem engagierten Projekt von Kunstlehrerin Anja Heiligtag gerne zugestimmt. Das Projekt „Wir machen unser Rahlstedt schöner!“ erfuhr auch im Stadtteil breite Unterstützung. Der Regionalausschuss unterstützt den Vorschlag, in der Praxis finanzieren der Verein Lärmschutz Rahlstedt, die Marktbeschicker, die Interessengemeinschaft Ortskern Rahlstedt (IGOR) und weitere Sponsoren die Farbe und Arbeitsmaterialien. Übrigens: Die echte „East- Side- Gallery“ können die Rahlstedter Graffitti-Künstler vielleicht bald bewundern, denn die SPD-Bundestagsabgeordnete Aydan Özuguz spendiert den Schülern eine Fahrt nach Berlin. (hbz)
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