„Reicher Norden, armer Süden“

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Julian Georg, Rainer Behrens, Gerda Azadi und Anke Ehlers (v.l.n.r.) Foto: rg

Empfang der Linken: Sozialverbandschef kritisiert als Gastredner Spaltung – auch im Bezirk

Von Rainer Glitz
Bezirk Wandsbek
Zum ersten Mal in ihrer siebenjährigen Geschichte hatte die Fraktion der Linken zum Frühjahrsempfang geladen und zahlreiche Gäste, auch aus anderen Fraktionen, waren gekommen. „Wir hatten uns viel vorgenommen und haben viel erreicht. Opposition kann erfolgreich sein“, so Fraktionschef Julian Georg in seiner Begrüßungsrede.
Die Linke habe seit 2008 Verantwortung übernommen, indem sie die Arbeit der Wandsbeker Verwaltung kontrolliert und die jeweils regierende Mehrheit immer einmal wieder an den Inhalt des Koalitionsvertrages erinnert habe. Der neue Senat räume den Bezirken weiterhin wenig Rechte ein, trotzdem sei eine aktive Kommunalpolitik möglich, so Georg. Und zwar gemeinsam mit Initiativen und Betroffenen vor Ort. „Viele Bürger sind aktiv und politisch interessiert“, so Georg. Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverbandes Deutschland, betonte gewisse Gemeinsamkeiten mit den Linken. Auch bei seinem Verband stehe das Thema Soziale Spaltung ganz oben auf der Agenda. „Hamburg hat 42.000 Millionäre und 18 Milliardäre“, so Wicher in seiner Gastrede. Dennoch gebe es in der Stadt fast 19 Prozent arme Menschen, bei der Altersarmut liege die Stadt bundesweit vorn.
„In Wandsbek gibt es eine Spaltung in einen reichen Norden und einen armen Süden“, erklärte Wicher. Armut gebe es vor allem in Steilshoop und Jenfeld. Die soziale Herkunft entscheide aber über Bildungserfolg und Zukunft der Kinder. Wicher lobte weite Teile der Sozialpolitik des Senats.
Problematisch sei aber das Zurückfahren der sozialen Infrastruktur. Armutsbekämpfung könne nur im Zusammenspiel von Bund, Land und Bezirken gelingen, sagte Klaus Wicher. Genug Geld sei vorhanden: „Die Spielräume sollten genutzt werden“, so der Landesvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland.
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