Rücktritt im Kulturzentrum Wandsbek

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Das Kulturschloss an der Königsreihe. Hier finden Kurse und Konzerte statt Foto: R. Schünemann
Hamburg: Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4 |

Drei Vorstandsmitglieder legen Ämter nieder. Angebote bleiben unberührt

Wandsbek Ein „massiver Vertrauensverlust“ führt jetzt zum Rücktritt von drei Vorstandsmitgliedern des Vereins Kulturzentrum Wandsbek. In einem Schreiben an die Mitglieder begründen Sigrid Curth und Alexander Weil sowie Revisor Frank Hiemer den Schritt. „Wir spüren keinen Rückenwind, sondern immer nur Gegenwind“, sagt Sigrid Curth. Alle Ideen, das Kulturschloss in seiner Ausrichtung weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse der Menschen im Stadtteil anzupassen, würden ausgebremst. Es fehle an grundsätzlicher Bereitschaft zu Diskurs und Teamarbeit, am erkennbaren Willen zu einer fortschrittlichen gesellschaftspolitischen Ausrichtung der Kulturarbeit. Auch der Vorschlag, eine mitgliederoffene Klausur durchzuführen wurde abgelehnt. Alexander Weil und Frank Hiemer bringen sich seit Gründung des Vereins Kulturzentrum Wandsbek vor sieben Jahren aktiv ein. Weil hat die Flüchtlingshilfe „Welcome to Wandsbek“ maßgeblich initiiert. Sigrid Curth übernahm vor vier Jahren Verantwortung, hat die „Geschichtswerkstatt Wandsbek“ sowie das Nachbarschaftsprojekt „Gemeinsam Gärtnern“ mit aufgebaut. Angebote, die den Nerv vieler hunderter Wandsbek treffen. Warum diesen Erfolg nicht nach außen tragen, dachten sich die Drei. Sie regten an, mit Berichten aus der Freiwilligenarbeit im neu gestalteten Flyer zu werben. Das wurde abgelehnt, mit der Begründung, das sei Eigenlob. Das mag das Fass nun zum Überlaufen gebracht haben, denn schon zuvor waren sie mit Anfragen nach einem neuen Standort für das Kulturzentrum auf Ablehnung gestoßen. Hiemer führt das Gemeindehaus der Christuskirche an, und die ehemalige Rudolf-Steiner-Schule.

Persönliche Differenzen

Der Vereinsvorsitzende, Rainer Schünemann, und sein Stellvertreter, Gerd Hardenberg, sprechen in ihrer Stellungnahme von persönlichen Differenzen und einem Vertrauensverlust. Alle sonstige Kritik weisen sie zurück. Die Arbeit des Vorstands sei in den letzten Monaten von der personellen Neuaufstellung des Kulturschloss-Teams geprägt worden. Seit März gebe es für die Geschäftsführerin endlich eine volle Stelle. Damit sei ein Anfang gemacht. Eine vereinsoffene Klausur zur Ausrichtung des Kulturschlosses sei in nächster Zeit vorgesehen und auch die Stadtteilkonferenz möchte man neu starten. Ein Image-Problem? Gibt es nicht, sagt Rainer Schünemann. „Das Kulturschloss ist eine bekannte Institution in Wandsbek und darüber hinaus. Der Vorstand werde seine Arbeit fortsetzen“, betont Schünemann. Und auch die drei Rücktrittskandidatenwerden ihr ehrenamtliches Engagement im Quartier fortsetzen. (wb)
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