Sanierung der Jenfelder Allee stockt

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So wie hier sollen die Radwege künftig im gesamten Abschnitt aussehen Foto: rg

Geld vorhanden, Personal fehlt. Bürger sollen Schäden melden

Von Rainer Glitz
Jenfeld
„Die Jenfelder Allee ist kaputt. Es muss etwas getan werden, auch wenn wir nicht kurz vor der Sperrung stehen“, erläuterte Heinke Wiemer vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer die Ausgangssituation. Die Schlaglöcher seien noch nicht tiefer als zwei Zentimeter, deshalb könne man für den Abschnitt zwischen Rodigallee und Tonndorfer Hauptstraße in Ruhe planen, so die Projektleiterin für den Radverkehr vor der Stadtteilkonferenz. Dabei gelte es, Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger, Busnutzer und in der Mobilität eingeschränkte Menschen zu berücksichtigen. Auf dem Abschnitt rollen täglich 30.000 Fahrzeuge, darunter sechs Prozent Schwerlastverkehr.

Kein Mischverkehr

Bislang gibt es entlang der Jenfelder Allee klassische Radwege, die müssen aber nicht benutzt werden. „Ohne blaues Schild herrscht keine Pflicht, Radfahrer dürfen also auf der Straße fahren“, erklärte die Planerin. Und wie soll es künftig aussehen? Sogenannter Mischverkehr oder ein gemeinsamer Fuß- und Radweg kämen nicht in Frage. Ein mit einer durchgezogenen Linie abgetrennter Radfahrstreifen auf der Fahrbahn biete hohen Fahrkomfort, bessere Sichtbarkeit, keine Konflikte mit Fußgängern oder ein- bzw. ausparkenden Autos. „Wegen der vielen Kinder haben wir uns aber doch für den klassischen Radweg entschieden“, so Wiemer.

Baustart im März 2019

An den Kreuzungen sollen die Radler dann aber doch auf der Straße fahren, und vor der Kirche an der Tonndorfer Kreuzung soll es einen kurzen Radfahrstreifen geben, um die Bäume dort zu erhalten. Baubeginn soll März 2019 sein, wenn die Bauarbeiten an den Autobahnen 1 und 24 beendet sind. Danach gewährte Thorsten Hohenstein vom Bezirksamt Wandsbek einen Blick hinter die Kulissen. Seine Abteilung mit 110 Mitarbeitern kümmert sich um Planung, Bau und Instandhaltung der Nebenstraßen inklusive der Fußwege. Diese Bezirksstraßen umfassen in Wandsbek immerhin 1.000 Kilometer. „Unsere personellen Ressourcen sind leider begrenzt, deshalb müssen wir bei der Beseitigung von Mängeln Prioritäten setzen“, bat Hohenstein um Verständnis. Er verstehe einen gewissen Unmut der Bürger durchaus: „Jenfeld wird aber keinesfalls benachteiligt.“ Das Geld für etwa neue Fahrbahndecken sei vorhanden, es gebe aber kein geeignetes Personal. „Der Markt ist leergefegt“, umriss Hohenstein das Dilemma. Er riet den Bürgern, Schäden direkt bei den 15 Wegewarten zu melden oder über den „Meldemichel“ im Internet: www.hamburg.de/melde-michel/
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