Schilder führen in die Irre

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Ein Verkehrsschild sorgt für Unmut bei Autofahrern: Den P+R-Parkplatz gibt es seit dem 15. September nicht mehr. Doch das Umleitungsschild „sagt“ etwas anderes Foto: nk

Verkehrsführung an der Hammer Straße großräumig geändert

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek. Die gute Nachricht: Der Beginn des Baustellenmarathons an der Hammer Straße im Zusammenhang mit den geplanten neuen Unterführungen hat laut Verkehrsbehörde bisher kaum für größere Verkehrsprobleme gesorgt. Die schlechte Nachricht: Autofahrer werden durch irreführende Schilder ins Bockshorn gejagt. Sie müssen vor der Baustelle an der Pappelallee umdrehen, wenn sie ihr Fahrzeug auf dem vermeintlichen P+R-Platz parken wollen. Obwohl die umliegenden Verkehrsschilder freie Fahrt zum Parkplatz signalisieren, versperrt ein Bauzaun den Zugang - der P+R-Parkplatz wurde geschlossen.
Seit Ende September wird an der Hammer Straße gebaut (wir berichteten). „Großräumig“ wurde hier die Straßenverkehrsführung geändert. Das Linksabbiegen vom Horner Kreisel in die Pappelallee ist derzeit nicht möglich. Und auch die Durchfahrt Pappelallee in Richtung Wandsbeker Marktplatz ist durch die Baustelle blockiert. Gerade hier fahren immer wieder Autofahrer hinein, die die Schilder übersehen haben oder auf der Suche sind nach einem P+R-Parkplatz, der über die Zufahrt des Hotel Ibis erreichbar sein soll. Doch bereits seit dem 15. September ist dieser Platz geschlossen. Hier soll ein Azubiwohnheim entstehen. Aus dem Bezirks
amt heißt es dazu: „Das Vorhaben befindet sich noch im Prüfverfahren. Eine Entscheidung wird voraussichtlich bis Ende des Jahres getroffen.“ Die kostenfreien Parkplätze in Wandsbek werden knapp. Auch die Großbaustelle „kostet“ Parkraum. Und nun auch noch der Wegfall der kostenlosen P+R-Fläche.
„P+R soll das Umsteigen vom Pkw auf den ÖPNV erleichtern und somit Kfz-Fahrleistungen im Stadtgebiet reduzieren“, so Lena Voß, Sprecherin im Bezirksamt Wandsbek. Stadtnahe P+R-Anlagen mit vergleichsweise kurzen ÖPNV-Anteilen würden diese Voraussetzung nicht erfüllen, sondern würden oftmals wie konventionelle Parkplätze ohne Umstieg auf den ÖPNV genutzt, hieß es von der Verwaltung weiter. Eine derartige Zweckentfremdung gehe am Ziel von P+R vorbei. Ausweichstandorte für P+R würden daher an Stationen in größerer Entfernung vom Zentrum bestehen. Voß weiter: „Im Übrigen kann - wo dies zulässig ist - wie bereits bisher auf vorhandenen straßenbegleitenden Parkplätzen im öffentlichen Raum geparkt werden; besondere neue Ausweichflächen wurden aus oben genannten Gründen nicht geschaffen.“ Somit sind kostenfreie 41 Stellplätze ersatzlos weggefallen.
Der Parkplatz war zwar weder behindertenfreundlich, noch hatte er Frauenparkplätze. Dafür bot er durchgehende Öffnungszeiten und war kostenfrei. Und die fehlerhaften Schilder? Voß: „Die fehlerhafte Beschilderung ist dem zuständigen Polizeikommissariat 37 telefonisch mitgeteilt worden.“ (nk)
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