Schlamm im Moorpark

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Nach tagelangen Niederschlägen müssen in der Flüchtlingsunterkunft im Jenfelder Moorpark Gehwege ausgebessert werden. Die neuen Holzhütten wurden im Oktober aufgebaut Foto: mdt/rg

Wege in Flüchtlingsunterkunft aufgeweicht. Jugendzentrum sucht Helfer

Von Marco Dittmer
Jenfeld
Zwischen den Holzhäusern fahren Bagger umher, verteilen Kies und legen neue Wege an. Nebenan kippt ein Lkw eine neue Ladung Kies ab: Die Flüchtlingsunterkunft im Jenfelder Moorpark wird umfangreich befestigt. Nachdem im Oktober die Zelte durch beheizte Holzhäuser ersetzt wurden, werden nun zwischen den Häusern neue Wege gezogen. Zuvor hatte tagelanger Regen den früheren Park in eine große Fläche aus Matsch und Schlamm verwandelt. Wiese gibt es in dem früheren Park schon seit Wochen nicht mehr, das zeigt auch ein aktuelles Luftbild von der Unterkunft. Mit dem plötzlichen Wintereinbruch am Wochenende steigt auch die Belastung der vielen ehrenamtlichen Helfer in und an der Unterkunft. Zwischen 30 und 40 von ihnen sortieren Kleider, geben Sprachkurse oder kochen mit und für die Bewohner. Vor allem das Jugendzentrum (Juze) unmittelbar neben der Erstaufnahmestelle mit rund 800 Bewohnern ist zum zentralen Anlaufpunkt der Flüchtlinge geworden. Fast täglich besuchen die Bewohner des Flüchtlingsdorfs das Hilfszentrum, am Nachmittag wird für rund 200 Menschen gekocht, am Wochenende gibt es einen Brunch.

„Es gibt hier so gut wie keine Probleme unter den Bewohnern“ Torsten Niehus, Pädagoge

Trotz der hohen Anstrengungen für Flüchtlinge, Helfer und Anwohner gilt die Einrichtung in Jenfeld als Vorzeigeunterkunft in Sachen Betreuung. „Es gibt hier so gut wie keine Probleme unter den Bewohnern“, sagt Torsten Niehus, Leiter des Jugendzentrums. Das sei zum großen Teil der ehrenamtlichen Arbeit der Helfern im Jugendzentrum zu verdanken. „Unser Angebot hat eine deeskalierende Wirkung“, sagt der 51-Jährige. Sorgen macht sich der Pädagoge nur, wenn er an die Zeit um Weihnachten und Neujahr denkt. Gewöhnlich schließt das Jugendzentrum am Ende des Jahres für drei Wochen, die vier Mitarbeiter sind dann im Urlaub. „Die Stimmung könnte deutlich sinken, wenn wir in der Zeit wirklich dicht machen sollten“, sagt Niehus. Die Jenfelder Unterkunft sei so abgelegen, dass es kaum eine Alternative für die Zeit gäbe. Wahrscheinlich wird er trotz Urlaub jeden Tag für ein paar Stunden aufmachen. Umdenken ist er ohnehin gewohnt. Seitdem die ersten Bewohner Mitte Juni einzogen, wurde die gesamte Arbeit der Mitarbeiter im Jugendzentrum auf den Kopf gestellt.
„Wir haben von Jugendarbeit auf Familienarbeit umgestellt“, sagt Torsten Niehus. Laut „Fördern und Wohnen“, dem städtischen Betreiber der Flüchtlingsunterkunft, sind rund ein Drittel der Bewohner Familien. Torsten Niehus sucht noch Unterstützung durch Helfer mit pädagogischer Erfahrung.

Helfer gesucht: Kontakt: niehus@quadriga-hamburg.de
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