Schlechte Wege und Gestank am Hohnerkamp

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Elisabeth Kaisers geliebte Parkbank. Der Kotgeruch aus dem Mülleimer stinkt ihr gewaltig Foto: tel

Wie sich die Sichtweise durch Handicaps ändert: Bramfelderin ärgert sich

Von Michael Hertel
Bramfeld
„Diese Bank ist mein Ausflugsziel“, erklärt Elisabeth Kaiser (61) aus dem Hohnerkamp in Bramfeld. Ihr schwerwiegender Unfall verdeutlicht, wie schnell man von einem Menschen ohne körperliche Einschränkungen zum Behinderten werden kann – und sich dabei die Sichtweise auf die kleinen Dinge des Alltags völlig ändert, oder ändern muss. Die gebürtige Breisgauerin und gelernte Krankenschwester hatte im November 2015 einen Fahrradunfall. In zwei Operationen im Krankenhaus erhielt sie eine künstliche Hüfte. Seitdem ist sie nur noch mit dem Rollator unterwegs. Was für ein Glück dabei, dass ihr Haus über eine Rollstuhlrampe verfügt – als eines der wenigen Häuser in der Saga-GWG-Siedlung. Und da ist diese Parkbank in der benachbarten Grünanlage. Mit Abfalleimer – sehr vernünftig, aber auch eklig, so Kaiser: „Darin landen auch viele Hundebeutel. Bei warmem Wetter stinkt das bestialisch.“ Mehrfach bereits habe sie die Saga-Verwaltung angesprochen und angeschrieben. „Der Behälter wird zu selten geleert. Vielleicht kann man den einfach ein paar Meter versetzen oder ihm einen Deckel verpassen“, merkt Kaiser an. Auch wenn es mal nicht stinkt – mit Rollator ist es gar nicht so einfach, die Parkbank zu erreichen. Nur die Hauptwege der Anlage sind gepflastert. Auf den Quer- und Nebenwegen dagegen muss man mit der Gehhilfe durch manches Steinfeld „pflügen“ – ganz schön anstrengend. Das Wochenblatt sprach mit der Saga-GWG über die Probleme von Elisabeth Kaiser. Sprecherin Kerstin Matzen: „Wir haben volles Verständnis für die Probleme von Frau Kaiser. Viele Wege in der Siedlung haben einen Grandbelag. Wenn wir daran etwas ändern wollen, muss das Denkmalschutzamt zustimmen.“ Die Saga sei aber darüber im Gespräch, heißt es. Und was die Gassibeutel der Hundebesitzer betrifft: „Wir sind froh, wenn die Beutel tatsächlich in den Mülleimern und nicht in der Landschaft landen. Die Mülleimer werden mindestens einmal wöchentlich geleert, wenn nötig auch öfter.“
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