Schmuck von der Felge aus Bramfeld

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Dutzende Kreationen umfasst die Schmuck-Kollektion der Künstlerin Foto: nik

Ute Stender-Killguß recycelt Rennradschläuche zu echten Hinguckern

Von Nicole Kuchenbecker
Bramfeld
Es sind kleine Kunstwerke, die in Handarbeit aus Fahrradschläuchen entstehen. Bis zu drei Stunden bearbeitet Ute Stender-Killguß mit der Schere einen Rennradschlauch. Was daraus entsteht, hat Charme und ist alles andere als von der Stange. Schwarz muss man mögen. Wer es lieber bunt mag, wird wahrscheinlich nicht bei Ute Stender-Killguß fündig. Denn die Künstlerin verwendet für ihre modischen Accessoires wie Halsketten, Armbänder, Ohrhänger oder Schlüsselanhänger Fahrradschläuche – und die sind bekanntlich schwarz. Durch bunte Holzelemente, Perlen oder Steinscherben peppt die Künstlerin ihre kleinen, teils sehr filigranen Werke optisch auf.

Passion für Upcycling

Die 65-Jährige macht das, was ihr gefällt: Sie fährt gern Rad, genießt das Leben. Und genau diese Leidenschaft zum Radfahren inspirierte sie zu ihrem künstlerischen Dasein. Wenn aus einem 28er Rennradschlauch eine lange, durchgehende Kette mit 98 kleinen Blättern entsteht, dann hat Stender-Killguß mehrere Stunden lang daran gearbeitet. Die Bramfelderin verwendet nur benutztes Material: „Ich habe da so einen Upcycling-Tick.“ Da die Künstlerin ausschließlich gebrauchte Schläuche aus Latex oder Gummi verwendet, nimmt bereits die Reinigung des Materials einen Großteil der Verarbeitungszeit ein. „Sie müssen gründlich gereinigt werden“, so die Bramfelderin, „und dann richtig durchtrocknen.“ Und wenn das erst einmal geschafft ist, geht es los. „Dann probiere ich einfach aus“, so die Schlauch-Künstlerin weiter. Schlaufen, Fransen, kleine Quadrate aneinandergereiht – alles ist möglich und der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Dritte Kunstpassage auf Ohlsdorf

Ihren Lebensunterhalt bestreitet die Künstlerin nicht durch ihre Arbeit: „Ich habe absolut keinen Druck, da ich davon nicht leben muss. Das fördert die Kreativität ungemein.“ Sie möchte sich ausprobieren und jeden kreativen Funken nutzen.
Gemeinsam mit Horst Stockdreher bereitet sie derzeit die dritte Kunstpassage für September 2017 vor. Dann werden rund 50 Künstlerinnen und Künstler auf dem Friedhof Ohlsdorf ihre Werke im Rahmen des „Tag des Friedhofs“ zeigen. (wb)

Weitere Infos: Ute Stender-Killguß
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