Schnäppchen mit Pfiff

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Ronja Mohr (v. l.) , Uta Lindner und Melanie Markert Foto: Christa Möller
 
Die Schaufenster von Flohbuy sind liebevoll dekoriert Foto: Möller

„Flohbuy“: Ein soziales Arbeitsprojekt für Jugendliche

Von Christa Möller
Dulsberg
Noch ist es ein Geheimtipp, doch so langsam spricht es sich herum: „Flohbuy“ am Straßburger Platz 5 in Dulsberg ist eine lohnenswerte Adresse für Schnäppchenjäger. Seit April sind in dem kleinen Geschäft Flohmarktartikel wie Bücher, Hörbücher, CD’s, Spielzeug, Kleidung oder Geschirr zu finden gemäß dem Slogan „Flohbuy – buy first second hand“. Aber auch neuwertige Dekowaren, beispielsweise Kissen, Kerzen und Kerzenständer oder Weihnachtsdeko, werden hier zu günstigen Preisen verkauft. Im vergangenen Jahr ist das Geschäft von Eilbek auf den Dulsberg umgezogen.
„Hier ist jeder willkommen“, betont Ronja Mohr, eine der vier studentischen Mitarbeiter des Projekts. Wer möchte, kann sich gemütlich aufs Sofa setzen und erst mal in dem Buch blättern, das er kaufen möchte. Denn das Besondere an Flohbuy ist die Idee, jungen Menschen zwischen 14 und 27 den Zugang zur Arbeitswelt zu erleichtern und ihnen die Chance zum Gelderwerb zu geben. So entstand das soziale Arbeitsprojekt für Hamburger Straßenkinder und minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Es sind Jugendliche, die ins KIDS, die Anlaufstelle für Straßenkinder, kommen oder in den Wohnprojekten leben, die bei Basis & Woge angebunden sind, so Melanie Markert, die wie Ronja Mohr Soziale Arbeit studiert. Jeweils zwei Studenten und zwei Jugendliche übernehmen einen Dienst, etwa 30 Jugendliche sind hier im Monat aktiv. „Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, sich ihre Aufgabenfelder hier zu suchen“, erklärt Projektkoordinatorin Uta Lindner. Flohbuy stellt ihnen gegebenenfalls ein Arbeitszeugnis aus, mit dem sie sich bewerben können. „Um den größtmöglichen Lernerfolg für unsere Jugendlichen zu erzielen, ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen „Flohbuy“ aufsuchen“, betont die Koordinatorin.

Auf Spenden angewiesen


Die finanziellen Ressourcen stammen aus der Aktion „Paten für Straßenkids“. Öffentliche Fördermittel gibt es nicht. Mitglieder und Förderer wie die Boltze-Gruppe, aber auch Kunden liefern die Artikel, die bei Flohbuy verkauft werden. Melanie Markert: „Es geht darum, dass die Jugendlichen Arbeitsstruktur kennenlernen. Für uns ist es auf jeden Fall sehr wichtig, dass sie hier ein Erfolgserlebnis haben.“ Von den Kunden werde das Projekt sehr gut aufgenommen, sagt Ronja Mohr: „Viele Kunden wissen den Hintergrund nicht und sind sehr interessiert, sie finden das toll. Oftmals ergibt sich ein Austausch zwischen Jugendlichen und Kunden, es gibt Gespräche, die sonst gar nicht stattfinden könnten.“ Das diene dazu, Vorurteile abzubauen – auf beiden Seiten.
Bei Flohbuy gibt es schöne Sachen, die man gut verschenken kann, gerade zur Weihnachtszeit, sagen die beiden Studentinnen. Wer einmal da war, kommt häufig wieder zum Stöbern und Plaudern. Weil neben dem Verkauf auch die Warenpräsentation eine wichtige Rolle spielt, hat eine Schauwerbegestalterin (neudeutsch: Visual Merchandising) kürzlich ehrenamtlich zwei Workshops für die Mitarbeiter angeboten, an denen auch fünf Jugendliche teilgenommen haben. Weitere ehrenamtliche Unterstützung ist wünschenswert: „Wir könnten noch jemand gebrauchen für Lager und Logistik“, sagt Uta Lindner.

Sonderöffnung zu Weihnachten


„Die Spenden kommen oftmals von Leuten aus der Nachbarschaft, die gern vorbeikommen und uns die Sachen überlassen“, sagt Melanie Markert. Die gut erhaltenen, sauberen Sachen sollten aber keinesfalls vor die Tür gelegt, sondern zu den Öffnungszeiten (mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends von 13 bis 17 Uhr) abgegeben werden.
In der Weihnachtswoche bietet der Flohmarktladen am Montag, 21. Dezember, und Dienstag, 22. Dezember, jeweils von 15 bis 19 Uhr Sonderöffnungstage an. Am Mittwoch, 23. Dezember, ist ganz normal geöffnet, ebenso wie am Mittwoch, 30. Dezember.

Weitere Infos unter Telefon 18 88 65 27
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