Schutz vor Gewalt in Hamburg

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Kinderschutzbericht der Bezirke veröffentlicht. Zahlen für 2013 leicht rückläufig Symbolfto: thinkstock

Kinderschutzbericht der Bezirke veröffentlicht. Zahlen für 2013 leicht rückläufig

Von Rainer Glitz
Hamburg. „Hamburg verfügt über ein gut ausgebautes, breit aufgestelltes Unterstützungssystem“, heißt es im aktuellen Kinderschutzbericht, den Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff vorstellte. Es bleibe aber unumstritten, dass Kinderschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und ein Zusammenwirken Aller benötige: Der Eltern, Verwandten, Freunde, Nachbarn, Betreuer in Kindertageseinrich.ungen, Ärzte, der Vereine, der Behörden und der Politik.
„Alle sind gefragt und verantwortlich, wenn es um den Schutz von Kindern geht“, so der Bericht. Wichtig sei deshalb vor allem die Zusammenarbeit der sieben Bezirke, des Allgemeinen Sozialen Dienstes ASD, des Familieninterventionsteams, des Kinder- und Jugendnotdienstes sowie der Polizei.

Projekt „Babylotsen“ wird ausgeweitet

2013 wurden weitere Kooperationsprojekte im Kinderschutz angestoßen. Im Rahmen des Landeskonzepts „Frühe Hilfen“ wurden zum Beispiel neue Angebote wie die „Babylotsen Hamburg“ mit bestehenden Angeboten wie den Eltern-Kind-Zentren verknüpft, um Familien so früh und so gut wie möglich unterstützen zu können. 2014 soll das Projekt auf alle Hamburger Geburtskliniken ausgeweitet werden. Der Bericht nennt auch konkrete Beispiele aus den Bezirken. So wurde im Bürgersaal Wandsbek eine Veranstaltung zum Thema „Kinderschutz an Schulen – wie geht das?“ angeboten, an der rund 100 Lehrer teilnahmen. Gemeinsam mit Experten entwickelten sie einen Handlungsleitfaden für den Schulalltag. Dieser nennt auch Stellen für eine Fachberatung für die Lehrer.
Laut Statistik war die Zahl der Anliegen, die bei ASD, Familieninterventionsteam und Kinder- und Jugendnotdienst eingingen, leicht rückläufig. In Wandsbek wurden 5.524 Anliegen gemeldet, das sind – 4,2 Prozent. Darunter waren 2.080 Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung (- 13 Prozent). Besonders häufig betroffen waren die 14- bis 18-Jährigen und die 6- bis 12-Jährigen. Zwei Drittel der Verdachtsfälle entfielen übrigens auf Jungen. Die meisten Meldungen erfolgten weiterhin durch Polizei und Staatsanwaltschaft. Eltern, Verwandte und Nachbarn meldeten weniger häufig Verdachtsfälle. Die Zahl der anonymen Meldungen stieg deutlich, so der aktuelle Kinderschutzbericht.
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