Sicherheitsdienst bald neu?

Anzeige
Das EKZ Steilshoop: Der Sicherheitsdienst sorgt für Diskussionsstoff Foto: Sichting
 
Klaus Becker, Steilshoop: „Ich gehe im EKZ zu einem iranischen Frisör. Der wusste von nichts. Hier sind viele Migranten unterwegs, ich finde es unverständlich, wenn die nicht wissen, wer sie bewacht.“ Foto: Sichting

Bericht: Objektschutz im EKZ aus Neonazi-Szene. Center: „Wir prüfen“

Steilshoop/Bramfeld Redakteure des Polit-Magazins „Panorama 3“ hatten aufgedeckt, dass Wachleute des Deutschen Sicherheitsdienstes DSD, der mit dem Objektschutz des Einkaufszentrums in Steilshoop betraut ist, der Neonazi-Szene zugeordnet werden können. Sicherheitsleute des DSD hatten eine Veranstaltung von Holocaust-Leugnern abgesichert. Das EKZ-Steilshoop hat inzwischen reagiert: Das Centermanagement holt laut SPD aktuell neue Angebote für einen Wachdienst ein. Das Center selbst hält sich bedeckt („Über den Stand der Dinge geben wir keine Auskunft“), bestätigt aber: „Wir sind am Prüfen.“
Der Aufschrei in der Politik war nach der Enthüllung durch den NDR groß. Sofort wurde die Forderung nach einer Absetzung des Wachdienstes laut. „Das mir in diesem Zusammenhang vorgelegte Material und die Art der Recherche haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass die Redakteure diesen Vorwurf keinesfalls leichtfertig erhoben haben“, so Carsten Heeder, Regionalsprecher der SPD-Bezirksfraktion Wandsbek. „Ich denke, in den Zeiten, wo wir uns mit prügelnden Wachleuten in Asylbewerberheimen beschäftigen müssen, müssen wir sehr genau hinschauen, wenn solche Vorwürfe erhoben werden und hoffen, dass wir auch hier mit ihnen gemeinsam - in aller Sachlichkeit – einen Weg finden, den Stadtteil Steilshoop vor offenen und verdeckten rechtsradikalen Aktivitäten zu bewahren.“
Nach der Ausstrahlung des Fernsehberichts wurden laut Heeder unverzüglich Gespräche zwischen Centermanagement und dem Sicherheitsdienst DSD geführt. Der Sachverhalt wurde dabei einer Prüfung unterzogen. Der Druck auf das EKZ wurde in der Zwischenzeit immer größer. Die Diskussion rund um den Sicherheitsdienst stand unter anderem auch auf der Tagesordnung einer Arbeitssitzung des Stadtteilbeirates Steilshoop am vergangenen Sonnabend. „Wir freuen uns, dass das Management des Einkaufszentrums und das Bezirksamt so schnell reagiert haben und jetzt ein neuer Objektschutz für das EKZ Steilshoop gesucht wird. Das ist ein weiterer Erfolg unserer entschiedenen Null-Toleranz-Politik gegen Rechts“, fasst Heeder die Ergebnisse der Gespräche zusammen. „Ob und wie lange der DSD noch im Einsatz bleibt, weiß ich aber leider noch nicht.“ Wussten die Anwohner eigentlich, wer sie hier bewacht? Das Wochenblatt hat einige Steilshooper rund ums EKZ befragt.

Rechtsradikale Aktivitäten in Bramfeld


Bei einem weiteren Vorfall in Bramfeld zerstörten mutmaßliche Neonazis die Gedenktafel für die Opfer der Nazidiktatur. Darauf werden zehn Opfer der Wehrmachtsjustiz und der Strafeinheiten der Wehrmacht namentlich genannt und geehrt. Die Gedenktafel wurde Anfang September enthüllt (das Wochenblatt berichtete). Nun haben unbekannte Täter die Tafel Anfang November mit Messern zerstört. „Das ehrende Andenken an die Opfer der Wehrmacht werden sie nicht zerstören“, so die Mitglieder des Arbeitskreises Denkmal. Man habe Anzeige gegen Unbekannt gestellt. „Sie wurde an das zuständige LKA weitergeleitet. Der Erfolg der Anzeige geht aber wohl gegen Null“, so die Mitglieder des Arbeitskreises. Als Übergangslösung wurde eine stabile Holztafel installiert. Diese soll bis auf weiteres an die Opfer der Nazis erinnern und als Mahnmal gegen rechte Tendenzen dienen. (ms)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige