„Sie sind häufig einer Meinung…“

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Dora Heyenn (Linke), Ole Torben Buschhüter (SPD), Daniel Oetzel (FDP) und Friederike Föcking (CDU) auf dem Podium Foto: Glitz

Kandidaten für die Bürgerschaft beantworten Fragen von Schülern im Gymnasium Oldenfelde

Von Rainer Glitz
Oldenfelde
„Hier geht es um das Ringen, um Werte und Meinungen, den Austausch mit Worten ohne Gewalt. Das ist sehr wichtig“, begrüßte Schulleiter Henning Sievers die älteren Schüler in der nahezu voll besetzten Aula. Viele von ihnen werden am 15. Februar zum ersten Mal wählen.
Auf dem Podium stellten sich Dora Heyenn von der Linken, Ole Torben Buschhüter von der SPD, Daniel Oetzel von der FDP und Friederike Föcking von der CDU den Fragen. Beim Thema Innere Sicherheit sprang der Funke noch nicht über, konzentriert folgten die Schüler den kurzen Statements. Sie erfuhren, dass SPD und CDU prinzipiell für die Videoüberwachung sind, aber mit Augenmaß. FDP und Linke sehen das Ganze eher kritisch.
Offenbar näher an der Lebenswelt der Oldenfelder Gymnasiasten liegt das Thema Verkehr. Alle vier Politiker sprachen sich grundsätzlich für Fahrradstreifen auf der Fahrbahn aus. „Das ist der beste Weg, Radfahren sicherer zu machen“, sagte Ole Torben Buschhüter. Der SPD-Abgeordnete hat übrigens selbst in Oldenfelde sein Abitur gemacht. „Ich persönlich fühle mich mit dem Fahrrad auf der Straße unwohl“, bekannte Dora Heyenn, Spitzenkandidatin der Linken. Die Frage einer Schülerin brachte dann eine lebhafte Diskussion zum Thema Busbeschleunigung in Gang. „Hier werden 260 Millionen Euro für wenige Minuten verpulvert“, so Friederike Föcking. Die CDU sei für die Stadtbahn. „Das ist ein Aufreger, es fehlt gleichzeitig Geld für Schulen und Unis“, ergänzte FDP-Kandidat Daniel Oetzel. Man müsse schnell die Kapazität erhöhen, konterte der SPD-Verkehrsexperte Buschhüter. Es gebe einfach zu viele Autos in Hamburg, so Dora Heyenn. „Mobilität ist ein Grundrecht“, erklärte die Linke-Spitzenkandidaten und erntete dafür Applaus. Der HVV sei zu teuer. Das fanden auch mehrere Schüler. Sie müssten die Erwachsenen-Tageskarte kaufen.
Es wäre gut, wenn die auch vor 9 Uhr gelten könne, um mit dem Bus zur Schule zu fahren. Und warum kann die Schule eigentlich nicht erst um 9 Uhr anfangen? „Ich habe den Eindruck, Sie sind häufig alle einer Meinung“, wunderte sich schließlich eine Schülerin. „Es gibt Unterschiede im Detail“, protestierte Ole Torben Buschhüter. Die SPD stehe für Chancengleichheit und Aufstieg durch Bildung. Auch die CDU wolle mehr in Hochschule und Wissenschaft investieren, so Friederike Föcking. Das gelte auch für die FDP, sagte Daniel Oetzel. Seine Partei trete im Übrigen für die Legalisierung von Cannabis ein. Gelächter. Das sei die einzige Gemeinsamkeit mit der Linken, befand Dora Heyenn. Allein ihre Partei sei gegen die Schuldenbremse.
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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 22.01.2015 | 08:11  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 23.01.2015 | 18:03  
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