Sie sind Lichtgestalten

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Preisträger und Jury bei der Preisverleihung im EKZ. Neben dem Preisgeld erhielten alle Gewinner eine „Lichtgestalt“. Diese Laternen wurden von Kindern angeleitet von der Lichtkünstlerin Katrin Bethge in einem Workshop gestaltet Foto: wb
 
Cartsen Heeder zeigt Gesicht gegen Rechts und bekommt dafür den Ehrenpreis „Lichtgestalt“ Foto: ce

Steilshooper ausgezeichnet, die sich für andere einsetzen

Steilshoop „Was sind Lichtgestalten?“ Mit dieser Frage eröffnete NDR-Moderator Jochen Wiegandt die Verleihung des „Lichtgestalten“-Preises 2014,
initiiert vom Stadtteilentwicklungsprojektes „Mitte Steilshoop“, am vergangenen Sonnabend im EKZ. „Wenn man an die Kirche denkt, werden dort Lichtgestalten häufig als Engel beschrieben. Die heute hier nominierten Personen zeigen, dass Engel nicht immer Wesen mit Flügeln sein müssen. Es sind Menschen, die sich in besonderer Weise für das Wohl und die Bedürfnisse anderer einsetzen.“
Mehr als 30 Personen sind von Bewohnern des Stadtteils für diesen Preis vorgeschlagen worden. Während die Verleihungsveranstaltung mit Live-Musik und anderer Unterhaltung fortgesetzt wurde, hatte die fünfköpfige Jury – Silke Loose von der Gagfah, Andrea Hamfeldt von Hamburger Wohnen, Klaus-Jürgen Steinbeck, Mitglied im Stadtteilbeirat, Dieter Maibaum, Mitglied im Kirchenvorstand und Christian Ehrhorn, freier Autor des Hamburger Wochenblattes – eine Stunde Zeit, die Preise zu vergeben. Doch bereits nach einer knappen halben Stunde waren die vier Gewinner des Preisgeldes von insgesamt 500 Euro gewählt..
Die erste Preisträgerin ist Angela Bulut. Gleich neun Mal wurde sie für den Preis vorgeschlagen. Als ehrenamtliche Helferin und zentrale Figur bei der Lebensmittelausgabe des „Steilshooper Büd´l“ hat sie im Stadtteil vielen Leuten in schweren Zeiten geholfen.
Außerdem wurde Marion Hanke ein Preis verliehen. Seit mittlerweile 40 Jahren hat sie die musikalische Leitung in der Martin-Luther-King-Kirche. Dort musiziert sie gemeinsam mit Menschen alles Alterklassen. Darüber hinaus engagiert sie sich für Schwächere, Tiere in Not und bietet bei Bedarf in Not geratenen Menschen Obdach.
Als Dritter wurde Ahmad Shah ausgezeichnet. Der Kampfsportler und Trainer holt Kinder und Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind, von der Straße. Er bringt ihnen Disziplin und Respekt vor anderen Menschen bei.
Zum Schluss erhielt der Obst- und Gemüsehändler Kamel Zarai seinen Preis. „Mit seiner positiven Art und guten Laune erfreut er die Menschen in Steilshoop immer wieder aufs Neue. Er hat immer ein offenes Ohr und steht immer mit Rat zur Seite“, begründete die Jury seine Wahl. Einen Ehrenpreis gab es außerdem. Der ging an den SPD-Politiker Carsten Heeder.
Der SPD-Politiker Carsten Heeder ist eine Steilshooper „Lichtgestalt“. Am vergangenen Sonnabend wurde er mit einem Sonderpreis des Stadtteilentwicklungsprojektes „Mitte Steilshoop“ für sein Engagement gegen Rechts ausgezeichnet. Heeder hatte sich in einem Fernsehbericht des
NDR dafür ausgesprochen, den Sicherheitsdienst im EKZ Steilshoop auszutauschen, falls sich die von der Panorama-Redaktion erhobenen Vorwürfe, der Sicherheitsdienst hätte in der Vergangenheit unter anderem Veranstaltungen von Rechten bewacht, nicht ausräumen lassen (das Wochenblatt berichtete).
Heeders Engagement stößt nicht überall auf Gegenliebe. Unbekannte beklebten nach Ausstrahlung des Berichts Bäume vor Heeders Haustür, die Tür selbst, Wände und den Briefkasten des Politikers mit Plakaten. Darauf stand: „Carsten Heeder du Volksverräter“, oder „Antifa 309 – Wir haben euch im Blick – Eure Zeit läuft ab“. Der SPD-Politiker stellte Anzeige gegen Unbekannt. „Nach einer solchen Attacke ist es wichtig, gerade nicht den Mund zu halten oder sich einschüchtern zu lassen. Dies fällt um so leichter, wenn man die entsprechende Solidarität erfährt. Und über diese kann ich mich nicht beschweren. Nicht nur aus meinem Freundeskreis und in der Nachbarschaft bekomme ich eine große Bestärkung. Auch am Rande der Bezirksversammlung am vergangenen Donnerstag gab es bestärkende Worte.“
Die Plakate wurden sichergestellt und an den Staatschutz übergeben.
Im Zuge der Ermittlungen hoffen die Beamten, Fingerabdrücke zu finden, die auf die Täter hinweisen. (ce/ms)
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