Sorge ums Grundwasser

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Der grüne Bezirksabgeordnete Oliver Schweim sorgt sich um die Qualität des Trinkwassers Foto: rg

Bezirksversammlung nimmt Grünen-Antrag gegen Fracking in Hamburg an

Von Rainer Glitz
Wandsbek
„Wir können zwar im Bezirk nicht viel bewirken, aber wir wollten auf das Thema Fracking aufmerksam machen“, sagt Oliver Schweim, der für die Grünen in der Bezirksversammlung sitzt. Gegen die Stimmen der CDU wurde ihr Antrag angenommen, sich der Korbacher Resolution anzuschließen. Darin wird ein ausnahmsloses Verbot von Fracking gefordert, der Verzicht auf den Import entsprechend gewonnenen Öls und Gases, ein geändertes Bergrecht und eine konsequente Umsetzung der Energiewende. 250 Initiativen und Vereine, aber auch viele Städte und Gemeinden unterstützen bereits diese Resolution. Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking steht für das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten in großer Tiefe. Durch Bohrungen wird unter großem Druck Wasser mit chemischen Zusätzen in mehrere tausend Meter tiefe Lagerstätten im Gestein gepumpt. Durch die entstehenden Risse können dann Gas oder Öl gefördert werden. In den USA wird das umstrittene Verfahren seit Jahren im großen Stil mit entsprechend hohen Fördermengen angewendet. Fracking wird von Kritikern als sehr teuer und schädlich für die Umwelt bemängelt. „Die entstehenden Risse sind irreparabel und bedeuten ein Risiko in einem dichtbesiedelten Raum wie Hamburg“, sagt Schweim. Angesichts des enormen Drucks könne es zu Unfällen kommen, außerdem werde sogenanntes Lagerstättenwasser nach oben gedrückt. „Und niemand weiß, welche Flüssigkeiten genau eingesetzt werden“, so der Wandsbeker Grüne. Die chemischen Zusätze seien eine Gefahr für das Grundwasser. Und damit sei Wandsbek auch direkt betroffen, wenn es Fracking in Hamburg gäbe.

Moralischer Druck


Seit längerem suche nämlich der Konzern ExxonMobil in Bergedorf und Harburg nach unterirdischen Öl- und Gasvorkommen, so Bezirkspolitiker Schweim. Unter anderem geschehe dies auch in den Vierlanden direkt neben Hamburgs größtem Wasserwerk  Curslack. „Ein Fünftel des Trinkwassers für die Stadt kommt von dort. Die Stadtteile Eilbek, Marienthal, Jenfeld und Wandsbek werden direkt aus Curslack versorgt“, warnt Schweim. Der Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek sei deshalb mehr als eine Solidaritätsbekundung. „Wir müssen jetzt moralischen Druck aufbauen“, fordert Oliver Schweim. Die Ausbeutung der letzten fossilen Reserven hält er für den falschen Weg: „Wir brauchen stattdessen eine unabhängige Versorgung mit erneuerbaren Energie.“
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1 Kommentar
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Oliver Schweim aus Rahlstedt | 17.02.2015 | 21:38  
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