Soviel Kirchentag brauchen Sie bestimmt!

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Der Radpilger: Wolfgang Schütze Auf dem Elberadweg sind es von Dresden, dem Ort des letzten Kirchentages, nach Hamburg gut 600 Kilometer. Wolfgang Schütze (70) hat sich von dort aus auf den Weg gemacht. Foto: fjk
 
Die Programm-Expertin: Monika Reimann Als Produktionsleiterin des Lebenshilfewerks Pinneberg ist die gelernte Tischlerin Monika Reimann gewohnt, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und zuzupacken. Foto: fjk

XXL-Gottesdienst oder Kinderkathedrale: Im WochenBlatt geben fünf Gäste ihre Tipps zum Großereignis vom 1. bis 5. Mai

Von Franz Josef Krause
Hamburg. „Soviel du brauchst“ lautet das Motto des Kirchentages in Hamburg. Zitiert wird ein Bericht des 2. Buch Mose, 16,18, der über die Speisung des Volkes Israel in der Wüste mit Manna berichtet. Der Kirchentag greift dieses Thema in mehrfacher Hinsicht auf – stellt aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Frage nach dem, was der Mensch wirklich braucht.
Selbst ein vielseitig interessierter Kirchentagsbesucher kann unmöglich alle Veranstaltungen des Kirchentages „brauchen“; zumal sich viele der über 2.500 Angebote zwangsläufig zeitlich überlappen.
Das WochenBlatt hat Kirchentagsbesucher nach ihren Tipps befragt, die auch kirchenferne Hamburger interessieren könnten. Prominente und „ganz normale“ Kirchentagsgäste geben Auskunft darüber, was für sie persönlich beim Kirchentag interessant ist.
Die genannten Angebote sind natürlich nur eine kleine Auswahl. Die Internetseite des Kirchentages bietet das ganze Programm und benutzerfreundliche Suchfunktionen: www.kirchentag.de


Der Besucher:
Prof. Gerd-Winand Imeyer

Hamburg ist stolz darauf, weltweit eine der Städte mit der größten Anzahl von Konsuln und Generalkonsuln zu sein. Prof. Dr. Gerd-Winand Imeyer, früher Wirtschaftsführer, jetzt Honorargeneralkonsul der Republik Bulgarien, ist einer davon. Seine Empfehlung: „Das Kirchentagsmotto ‚Soviel du brauchst‘ ist heutzutage ein besonderes Versprechen: Wir glauben oft, dass es von allem zu wenig gibt! Die vielschichtigen Angebote des Kirchentags laden dazu ein, das Thema zu reflektieren. Unbedingt den Schlussgottesdienst im Stadtpark am Sonntag um 10 Uhr besuchen. 100.000 Menschen werden dabei sein. Die Predigt hält Bischof Baines aus Großbritannien. Landesbischof Gerhard Ulrich und Kirchentagspräsident Gerhard Robbers werden die Schlussworte sprechen.


Der Radpilger:
Wolfgang Schütze

Auf dem Elberadweg sind es von Dresden, dem Ort des letzten Kirchentages, nach Hamburg gut 600 Kilometer. Wolfgang Schütze (70) hat sich von dort aus auf den Weg gemacht. Der Bauingenieur startete am 25. April, um am 30. April in Marschacht bei Geestacht mit anderen Radpilgern im Austausch den Abend verbringen zu können. Wo will Schütze, der in einem Privatquartier in Langenhorn Unterkunft gefunden hat, dabei sein? Donnerstag 11 Uhr Trostbrücke 4-6: ‚Sag, wie hast du`s mit der Religion?‘ Freitag, 10.30 Uhr, Palmaille 2-6, Film: ‚Erst sterben die Bienen, dann die Menschen‘ und um 15 Uhr „Nach uns die Sintflut“; Sonnabend, 11 Uhr, „Sinn und Ohnmacht von Bundeswehreinsätzen“ sowie um 14 Uhr „Wider das Diktat der Beschleunigung“.


Die Programm-Expertin:
Monika Reimann

Als Produktionsleiterin des Lebenshilfewerks Pinneberg ist die gelernte Tischlerin Monika Reimann gewohnt, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und zuzupacken. Klar, dass sie auch an dem Wochenende mit dabei war, als es galt, die Kirchentagsprogramme an die Teilnehmer zu versenden. Sie hat nicht nur verschickt, sondern einige aus ihrer Sicht besonders interessante Angebote identifiziert. Ihre Tipps haben mit Teilhabe zu tun: Donnerstag, 15.30 Uhr, „Wie komme ich an Sahneeis mit Kirschen? Dabei geht es um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskommission im Alltag. Freitag, 11 Uhr: „Arbeitswelten - welchen Lohn braucht Inklusion?“. Sonnabend 11 Uhr: „Mit allen! - Wege zur inklusiven Bildung“.

Die Gastgeberin:
Bischöfin Kirsten Fehrs

Sie kam fast 150 Jahre nach dem Dramatiker Friedrich Hebbel in Wesselburen zur Welt. War Hamburg für ihn nur eine Zwischenstation, so hat sie in der Hansestadt, ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Ihre Empfehlung: „Auch für Kinder gibt es in den Wallanlagen ab Donnerstag ein buntes Programm. Hier können sie eine Kathedrale mit Zimmerleuten gemeinsam bauen, Fenster bemalen, Kerzen ziehen und Meinungen vertreten. Am Freitag werde ich persönlich dabei sein dürfen und die Kinderkathedrale eröffnen, beim sogenannten Feierabendmahl für Kinder. Das ist eines von insgesamt 115 Feierabendmahlen am Freitagabend in unserer Stadt. Und auch für Besinnliches ist Zeit, wie bei den Schiffswallfahrten oder den Engel-Meditationen.“

Der Katholik:
Erzbischof Werner Thissen

Baseballkappe statt Mitra: Dr. Werner Thissen, der Erzbischof von Hamburg, ist auch leger gut „behütet“ unterwegs. So ist der 74-Jährige, der seit zehn Jahren den Hamburger Katholiken vorsteht, nicht von anderen Kirchentagsbesuchern zu unterscheiden. Seine Tipps: Donnerstag, um 14 Uhr den großen Ökumenischen Gottesdienst auf dem Fischmarkt mitfeiern und/oder um 15 Uhr an der Führung „Kirche auf dem Kiez“ mit Gemeindereferentin Evelin Krepele teilnehmen. Treffpunkt ist die katholische St. Joseph-Kirche auf der Großen Freiheit. Hier gibt es vom 2. bis 4. Mai abends „Musik der Stille“. Gelegenheit nach einem vollen Tagesprogramm abends zur Ruhe zu kommen. An einem Ort, den viele Hamburger nicht kennen. Oder?
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